Von Helena Sender-Petry
Innenminister Schäuble spricht in Schwabenheim zur Inneren Sicherheit
MAINZ-BINGEN Die CDU Mainz und die CDU Mainz-Bingen hatten am Freitag zum Jahresempfang in die Olbornhalle nach Schwabenheim eingeladen. Ehrengast war Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. Hübsch war die Bühne in der Schwabenheimer Olbornhalle hergerichtet: Strohballen links und rechts des Podiums, viele Blumen und ein großes blaues Banner der rheinland-pfälzischen CDU. Draußen zeigte die Polizei Präsenz, 50 Beamte waren im Einsatz, um zum einen den Bundesinnenminister, zum anderen die kleine Gruppe von Demonstranten zu schützen, die vor der Halle ihren Info-Stand aufbauten. Denn die Grüne Jugend Rheinland-Pfalz, die Piraten Partei und der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung wollten in Schwabenheim vor Schäubles "Überwachungswahn" warnen. Allerdings verspürten wenig Besucher des Jahresempfangs den Drang, sich von den jungen Leuten überzeugen zu lassen. Rund 600 Stühle hatten die Veranstalter gestellt, zirka 400 waren besetzt, als Schäuble pünktlich gegen 18.30 Uhr eintraf. Alle warteten gespannt, was der Bundesinnenminister zu sagen hatte, den seine Zuhörer mit anhaltendem Applaus in Rheinhessen willkommen hießen. Die Begrüßung hatte die Bundestagsabgeordnete Ute Granold übernommen, und Kerstin Saala, Vorsitzende des Gemeindeverbands Gau-Algesheim, ließ die Geschichte der Region kurz Revue passieren. Auch die Mainzer CDU-Chefin Dr. Andrea Litzenburger saß in Schwabenheim auf dem Podium, genauso wie Thomas Günther, Vorsitzender der CDU Mainz-Bingen. Übrigens: Wolfgang Schäuble schwäbelte - viel mehr, als er es im Bundestag oder bei Gesprächen im Fernsehen tut. Und als die jungen Leute vom Info-Stand in der Halle ein wenig Rabatz machten, konterte der Polit-Profi: "Mich bringen Sie eh net raus. Und ich hab das Mikrofon." Womit er Recht hatte. Gegen diesen Redner hatten weder Piraten noch Grüne Jugend eine wirkliche Chance. Auch einen einzelnen Zwischenrufer, der seiner Überzeugung "Terror entsteht durch soziale Ungerechtigkeit" lautstark Luft machte, hatte Schäuble schnell im Griff. Der Bundesinnenminister ist halt ein Routinier, der davon überzeugt ist, "dass die Medien den jungen Menschen so viel Unsinn einreden, dass sie es glauben. Nämlich, dass der Staat alles überwacht". Dennoch habe der Staat die Pflicht, die Bürger vor Gefahren zu schützen. "Man kann terroristische Anschläge nur verhindern, wenn man davon weiß." Schäuble unterstrich die neuen Herausforderungen der Globalisierung, denen sich ein Staat stellen müsse. Schließlich habe das internationale Terrornetzwerk auch Deutschland im Fadenkreuz. Immer wieder brandete Zustimmung auf - die Demonstranten hatten längst die Olbornhalle verlassen. Das Angebot Schäubles, mit ihnen nach der Veranstaltung zu diskutieren, schlugen sie aus.


