Von Michael Heinze
Gesundheitskongress im Dolles bringt Schulmedizin und Naturheilkunde zusammen
BODENHEIM Ein voller Erfolg war die Premiere des Gesundheitskongresses "Mukoviszidose & Naturheilkunde" im Bürgerhaus Dolles. Dieses Fazit zog Mitveranstalterin und Heilpraktikerin Manuela Ott, die selbst an Mukoviszidose erkrankt ist.
"Wir hatten an den drei Tagen 130 Besucher, darunter auch welche aus Österreich und der Schweiz", freute sich Ott, die im Wiesbadener Stadtteil Bierstadt eine Naturheilpraxis mit drei Mitarbeitern leitet. Im ersten Stock des Bürgerhauses fütterten zehn Aussteller die Besucher mit Informationen zu naturheilkundlichen Therapieverfahren und Diagnosemöglichkeiten, während im Erdgeschoss Schulmediziner der Unikliniken Mainz und Gießen gemeinsam mit Heilpraktikern aus der Umgebung referierten. "Für mich persönlich ist es ein Erfolg, dass zwei unterschiedliche Medizinverfahren miteinander in Kooperation gehen und darin kein Problem sehen", kommentierte Manuela Ott. "Dass wir an diesem Punkt angelangt sind, ist einfach ein Beweis dafür, dass sich die Einstellung zugunsten der Patienten verändert hat, dass Ausgrenzung reduziert wurde zugunsten einer interdisziplinären Sichtweise." Vor 15 Jahren, betonte die 40-Jährige, sei dies undenkbar gewesen. Sinn und Zweck des Kongresses war es, Menschen mit Lungenerkrankungen und Mukoviszidose zu unterstützen, Entgiftungssysteme anzuregen und ihnen die präventiven Maßnahmen zu erläutern. So sei es sinnvoll, durch regelmäßiges Magnetisieren dem Körper mehr Stabilität zu verleihen oder ihn durch Trinken ionisierten Wassers zu befeuchten und zu beleben, hieß es. Ionisiertes Wasser können Betroffene selbst herstellen mit Hilfe spezieller Geräte, die für etwa 700 Euro zu haben sind. Auch Manuela Ott trinkt jeden Tag ionisiertes Wasser und verbessert so ihr Wohlbefinden. Diagnostiziert wurde die genetische Erkrankung im Alter von anderthalb Jahren. Mit 14 Jahren kam sie zu dem Schluss, dass sie sich selbst helfen müsse. Schleimansammlungen in der Lunge hatten zu Hustenanfällen und Atemnot geführt. Immer wiederkehrende Infektionen und Entzündungen der Nebenhöhlen inklusive Bronchitis hatten ihr das Leben zur Hölle gemacht. Negative Höhepunkte waren zwei schwere Lungenentzündungen. Manuela Otts Unzufriedenheit mit den schulmedizinischen Maßnahmen wuchs - und in ihr reifte der Entschluss, "in eine neue Richtung zu gehen". Deswegen ließ sie sich mit 21 Jahren zur Heilpraktikerin ausbilden, eröffnete fünf Jahre später mit Kollegin Ulrike Röhl eine eigene Praxis. Sie sagt: "Meinen Beruf habe ich ursprünglich gewählt, um mir selbst zu helfen." Heute lebt die Hobbytanzlehrerin und Buchautorin nach eigener Aussage "sehr gut" mit ihrer Krankheit. Seit acht Jahren hat sie eine neue Lunge. Die Transplantation fand in der Mainzer Universitätsklinik statt. "Obwohl das ein großer Schritt ist, war es doch `relativ leicht` zu bewältigen", sagt Manuela Ott, die von einem "Glück auf Zeit" spricht. Die größte Gefahr ist, dass ihr Körper die fremde Lunge irgendwann abstößt. Das kann jederzeit passieren. "Deswegen muss ich bei der naturheilkundlichen Therapie aufpassen, dass ich nicht versehentlich mein Immunsystem aktiviere und so eine Abstoßung provoziere." Weitere Informationen zu diesem Thema im Internet unter www.well-etage.de.

