Von Maike Hessedenz
Bei Kontrollaktion erwischt Polizei 19 Fahrer mit Alkohol oder Drogen am Steuer
407 Fahrzeuge kontrollierte die Polizei bei einer landesweiten Aktion in der Nacht zum Samstag auf Mainzer Straßen. 19 Fahrer wurden dabei erwischt, die unter Einfluss von Alkohol oder Drogen am Steuer saßen. Freitagabend, kurz vor Mitternacht. Die Nachtschwärmer sind unterwegs, kommen aus der Kneipe, wollen in die Disco - manch einer sitzt mit Drogen oder Alkohol im Blut am Steuer. Dieses Wochenende ist die Fahrt für einige Übeltäter nur kurz - die Mainzer Polizei überprüft insgesamt 814 Fahrzeuge, allein in Mainz 407. Wer am Freitagabend und frühen Samstagmorgen nach Mainz hinein- oder herauswill, hat kaum eine Chance, dem Blaulicht-Tross zu entkommen. 20 Beamte an der Wormser Straße und am Mombacher Kreisel fischen die ganze Nacht alle verdächtigen Fahrzeuge von der Fahrspur. Mit geschultem Blick werfen die Fachleute einen Blick hinters Lenkrad, entscheiden innerhalb von Sekunden, ob hier ein "Risikofahrer" am Werk ist oder nicht. "Die Augen sagen alles", meint Hauptkommissar Ralf-Peter Beitz, der seit Jahren in der Verkehrsdirektion Mainz einer speziellen Fahndungsgruppe angehört. Aber auch das Gefährt, mit dem die meist jungen Leute unterwegs sind, lasse auf Lebensgewohnheiten schließen. Der Parkplatz neben der Tankstelle füllt sich mit vorrückender Uhrzeit mit tiefergelegten Golfs, aufgemotzten Mercedes oder verbeulten japanischen Sportwagen. Ein getunter Polo muss ebenfalls runter von der Fahrbahn - am Steuer eine junge Frau, auf dem Beifahrer- und Rücksitz kutschiert sie neben einer Freundin drei schwere Jungs, alle mit Bierbecher in der Hand, in Richtung Mainzer Nachtleben. "Wir sind spät dran", maulen die 25-Jährigen aus dem Wagen, während ein Beamter die Personalien überprüft. Der Abend verdorben? "Nö, überhaupt nicht", meint die Fahrerin, "schließlich haben wir ja nix zu verbergen." Außerdem sei es wichtig, dass die Polizei präsent ist, finden die Mainzer. "Und dass sie gezielt kontrolliert. Aber scheinbar gehören wir ja zur Zielgruppe", stellt der Trupp dann lachend fest. "Kiffen ist bei vielen innerlich legalisiert", erklärt Hauptkommissar Beitz eines der Hauptrisiken bei Drogenkonsumenten, "und das, wo der Wirkstoffgehalt und das Suchtpotenzial heutzutage um ein vielfaches höher ist als früher." Da fährt eine junge Frau vor: "Nur ein Bier" habe sie getrunken. Als sie freiwillig ins Testgerät bläst, steht ihr die Nervosität ins Gesicht geschrieben. Aber - der Beamte zeigt ihr das Ergebnis: "0,0 Promille". Nebenan müssen zwei junge Männer ihren VW-Bus auf den Kopf stellen - zunächst, um überhaupt den Führerschein zu finden. Bis unters Dach mit losem Kram ist der Transporter vollgestopft - dass das eine Lehrstunde in Sachen Ladungssicherung gibt, ist klar. Ein anderer Mann fällt wegen seiner enorm geweiteten Pupillen auf - der Urin-Test bleibt allerdings ergebnislos. "Das kommt vom Viagra", erklärt er den verdutzten Polizisten, die müssen ihn weiterfahren lassen. Das Ergebnis der landesweiten Kontrollaktion sei erfreulich, meint die Polizei, wohl auch dank der Prävention. In Mainz fuhren elf Fahrer unter Alkohol, acht mit Drogen im Blut. Region


