Von Erich Michael Lang
STRATEGIE KKM will gewachsene Stärken im Netzwerk nutzen
Baulich und konzeptionell rüstet sich das Katholische Klinikum Mainz (KKM) für die Zukunft. In einer Serie erläutert die AZ die baulichen Veränderungen genauso wie die strategischen Überlegungen, die für die Krankenversorgung des KKM prägend sind.
Ein gut geplantes Haus ist das Spiegelbild der Bedürfnisse seiner Bewohner. Das Katholische Klinikum Mainz (KKM) hat es gleich mit zwei Häusern zu tun, die den künftigen Bedürfnissen von Patienten, Angehörigen, Ärzten und Pflegepersonal maßgeschneidert entsprechen sollen. Vincenz und Hildegardis: Beide Häuser werden gebraucht. Die derzeit laufenden Baumaßnahmen sind die Voraussetzung dafür, dass das KKM seine strategische Ausrichtung auch organisatorisch umsetzen kann. Ein ganz zentraler Begriff dabei ist die Zentrenbildung. „Auf Kompetenzen focussieren und die Abläufe optimieren“, bringt es der Ärztliche Direktor, Professor Achim Heintz, auf den Punkt. Das neue KKM, wie es sich mit der Fertigstellung der Bauarbeiten am St. Vincenz- und Elisabeth Hospital in 2013 präsentieren wird, nutzt die historisch gewachsenen, medizinischen Stärken beider Häuser und führt die Disziplinen in einer neuen, zentrenorientierten Struktur zusammen. Dabei ist die bauliche Umsetzung sozusagen auch der Schlussstein, denn das Konzept selbst „wird zum Teil schon gelebt“, wie Geschäftsführer Dr. Hans-Jürgen Hennes vom Caritaswerk St. Martin sagt. Dem Hildegardis-Krankenhaus fällt künftig der auch als landesweites Modellprojekt geförderte geriatrische Schwerpunkt zu. Der ganzheitliche Ansatz der Altersmedizin soll dem betagten Patienten eine optimale Versorgung garantieren bis hin zu der Vernetzung mit dem Caritaswerk und seinen pflegerischen wie stationären Einrichtungen.
Effektivität in Diagnostik und Therapie
Effektivität in Diagnostik und Therapie lassen die ambulante Versorgung in neuem Licht erscheinen. Ergänzt durch ein ambulantes OP-Zentrum auf dem Taubertsberg und im Zusammenwirken aller Disziplinen kann der Patient passgenaue Hilfe erhalten, ohne stationär Warteschleifen drehen zu müssen. Am Vincenz- und Elisabeth-Krankenhaus soll der schon lange etablierte unfallchirurgische Schwerpunkt weiter ausgebaut werden. Auch die Geburtshilfe zeichnet KKM aus, mit 2200 Entbindungen im Jahr. Stolz zeigt sich Professor Heintz auch im Blick auf das Onkologische Zentrum, das die Kompetenzen des KKM gerade in der Tumorchirurgie zusammen führen wird. Das Zertifikat durch die Deutsche Krebsgesellschaft soll Ausweis für garantierte Qualität werden. „All diese Zentren sind bereits mit Leben gefüllt“, so Heintz. Mit dem Um- und Neubau ist dann auch die Zusammenführung der Logistik samt optimaler Abläufe im „Krankenhaus der kurzen Wege“ möglich. Die Konzentration auf Schwerpunkte ergebe sich aus den gewachsenen Sträken des KKM. „Man kann nicht überall gleich gut sein“, sagt Geschäftsführer Hennes bescheiden. Dafür gebe es schließlich Kooperationen und Netzwerke. Pathologie, Strahlentherapie oder auch Pädiatrie: Die Zusammenarbeit beispielsweise mit der Universitätsmedizin ist seit vielen Jahren geübte Praxis und stellt für die Patienten im KKM universitäres Niveau sicher. Schwerpunkte, bauliche Optimierung, strategische Ausrichtung: „Wir möchten für den Patienten eine lückenlose Versorgungskette aufbauen“, so Hennes. Die Menschen suchten nicht zufällig das KKM auf. Die katholischen Krankenhäuser seien der Erwartung verpflichtet, dass alles Handeln von Zuwendung und Menschlichkeit geprägt sei. „Es gibt bei uns keine Fließbandmedizin“, so Hennes.
„Wir möchten eine gute Versorgung sicher stellen und führen auch deshalb die Kliniken organisch zusammen.“ Die Zentren seien der neue Weg, um Prozesssteuerung auch in der Patientenversorgung umsetzen zu können, damit von der ambulanten bis zur stationären Betreuung dem Kranken optimal und effektiv geholfen werden könne. Das Ziel ist erreicht, wenn die Patienten sich einfach wohl und kompetent betreut fühlen. Was an konzeptionellen Überlegungen im Hintergrund steht, ist da im Grunde unerheblich: „Die Patienten sollens eigentlich gar nicht merken“, lächelt Hennes.
Lesen Sie im nächsten Teil: Die Pflegekonzeption

