KLIMAZEITREISE Wissenschaftler warnt
(boh). Wer den Wissenschaftlern nicht glaubt, dass die Klimaerwärmung real ist, brauche nur einen Blick in die Geschichte der Damen-Dessousmode vom Unterrock zum String-Tanga zu werfen. Witzig führte Dr. Mark G. Lawrence vom Max-Planck Institut für Chemie ein in ein Thema, das ernsthaft betrachtet jeden angeht: "Wenn man denkt, dass die Wirtschaftskrise das Schlimmste ist, dann sollte man die Berichte lesen". Der Titel der zwölften und vorläufig letzten "Klimazeitreise" im Erbacher Hof war: "Können wir den Klimawandel stoppen: Chancen und Risiken des Geoengineering".
Durch menschliches Misswirtschaften bedingt, stieg die Erdoberflächentemperatur in den vergangenen 100 Jahren um zirka 0,75 Grad Celsius an, wobei die letzten 20 bis 30 Jahre den stärksten Ausschlag gaben. Selbst wenn wir unsere Lebensweise vom energieverschwenderischen Luxus befreiten und hart gegensteuerten, wird sich den Prognosen zufolge die Temperatur bis 2100 zwischen 1,1 und 2,9 Grad erhöhen. Begegneten wir dem Problem nicht angemessen, reichen die Prognosewerte bis über 6 Grad. Die Konsequenzen: Seuchen, Dürre, Elend. Die zahllosen Szenarien sind apokalyptisch Art. Wissenschaftler wie Mark Lawrence stellen sich die Frage, ob man durch gezielte Eingriffe in die Natur dem Treibhauseffekt entgegenwirken kann.
Das kreative Potenzial des Geoengineering ist groß. Die Visionen reichen von gigantischen Spiegeln im Weltall, die das Sonnenlicht reflektieren, über Versuche weißere Wolken zu erzeugen oder CO2 aus der Luft zu nehmen und ins Erdinnere abzuleiten. Eine viel erforschte Methode ist die des Eisendüngens der Ozeane. Planktonbakterien entstünden so und bänden freigesetzte CO2-Bestände aus der Atmosphäre. Unternehmen witterten Milliarden-Geschäfte, doch scherten sich nicht um gefährliche Nebenwirkungen. Bei gewissenhafter Erforschung, wie durch Mark Lawrence, stellte sich heraus, das ein solcher Eingriff unter anderem Lachgas erzeuge, dass 300mal stärker zur globalen Erwärmung beiträgt als CO2.

