Von Anita Pleic
MODELLPROJEKT Studenten beschäftigen sich intensiv mit Europapolitik / Junge Wähler begeistern
Studenten aus ganz Europa haben eine Woche lang EU-Luft schnuppern und in Straßburg Entscheidungsprozesse simulieren dürfen. Möglich machte das das Projekt "Modell EU 2009", das auch Mainzer Studenten mit organisieren.
Erweiterungsdebatte, Ratifizierungsprobleme bei der neuen Verfassung, Grenzstreitigkeiten zwischen Mitglied Slowenien und Beitrittskandidat Kroatien, einheitliche Gesetze und Regelungen für alle Mitgliedsstaaten finden - die Themen, mit denen sich das Parlament der EU beschäftigt, sind vielfältig. Der Verein "Bringing Europeans Together Association" hat nun eine Konferenz organisiert, die jungen Studenten die Möglichkeit gibt, eine Woche lang in die Rolle von Journalisten, Lobbyisten, Parlamentariern oder eines Ministers des europäischen Rates zu schlüpfen. "Dabei werden die Prozesse im Europäischen Parlament von 120 jungen Leuten, die hauptsächlich, aber nicht nur aus den EU-Staaten kommen, simuliert", erklärt Philipp Obenauer, der als Hauptverantwortlicher für dieses Projekt fungiert. Unterstützt wird er dabei von Studenten aus Irland, Bulgarien, Belgien, Mazedonien, Rumänien, Portugal, den Niederlanden und Griechenland sowie acht Mainzer Studenten.
"Zu Beginn der Konferenz werden sich die Teilnehmer in Workshops auf die eigentliche Aktion vorbereiten", erklärt Obenauer. Und dabei werden sie die Gelegenheit haben, mit den "echten" EU-Politikern ins Gespräch zu kommen. Zum Thema "Get Active" wird die Frage, wie Politik für junge Menschen interessanter gestaltet werden kann, diskutiert.
500 Bewerbungen waren dabei für das ungewöhnliche Projekt eingegangen. 120 Studenten wurden ausgewählt und verbringen nun eine Woche da, wo die richtungsweisenden Entscheidungen für Europa und die Mitgliedsstaaten der EU beschlossen werden - im Straßburger Gebäudekomplex der Union. Die Simulationen selbst konzentrieren sich vor allem auf Mitentscheidungsprozesse des Parlaments und des Europäischen Rates bei Gesetzesinitiativen. Inhaltlich soll es dabei um zwei Gesetzesvorschläge zur Reduktion der CO2-Emission und zur Vereinheitlichung der Wahlgesetzgebung gehen. In der Vergangenheit hat sich immer wieder gezeigt, dass gerade die Wahlen für das Europäische Parlament nicht viele Wähler an die Urnen locken konnten. Genau da setzt das Projekt an: "Wir hoffen, so einen Beitrag dazu leisten zu können, dass Politik für junge Menschen interessanter wird", erklärt Obenauer.

