INTEGRATION Netzwerk zu Problemen von Migranten
(ok). Welche Probleme im Bereich der Sprachförderung von Migranten auftauchen können, das beschäftigte jetzt das "Netzwerk für Integration" in seiner aktuellen Sitzung.
Sprachförderung sei das A und O, wenn es gelingen soll, Jugendliche mit Migrationshintergrund in Arbeit und Ausbildung zu bringen. Als problematisch bewertete Ruta Fahle vom AWO Fachdienst für Migration und Integration, dass in der Praxis nicht mehr schulpflichtige Jugendliche angehalten seien, vormittags einen Integrationskurs mit Schwerpunkt Deutsch zu absolvieren und nachmittags einem Ein-Euro-Job nachzugehen. "Was ich hier vermisse, ist die Zukunftsperspektive", sofern die Ein-Euro-Job-Tätigkeit nicht dazu beitrage, das Sprachverständnis zu fördern, so Fahle.
Tatsächlich sei die Arbeitsagentur "per Gesetz verpflichtet, jedem Jugendlichen ein Sofortangebot zu unterbreiten", und das könne eben eine "Arbeitsgelegenheit (AGH)" sein, stellte Claudia Schumacher von der Mainzer Jugendberufsagentur fest. Eine 1-Euro-Job-AGH kann für den Jugendlichen laut Schumacher "durchaus eine geeignete Maßnahme zum Erlernen der Sprache sein". Integrationskursleiterin Gundel Schliephake von der Volkshochschule Mainz regte an, solche AGH zu vermitteln, die der Sprachförderung dienlich seien, "weil es dann ein Weiterkommen unterstützt".
Dass das in Integrationskursen angestrebte so genannte B1-Sprachniveau nicht ausreiche, "um einen Beruf zu ergreifen", gab Dr. Bettina Fieber vom Spracheninstitut des Internationalen Bundes (IB) zu bedenken. Problematisch zudem: Wer von den erwachsenen Migranten ein höheres Sprachniveau anstrebe, sei gehalten, Kurse selbst zu finanzieren. Gute Perspektiven bieten offensichtlich die vom IB angebotenen sechsmonatigen Kurse "Deutsch für den Beruf" inklusive Praktikum, zu deren Teilnahme von der Agentur für Arbeit herausgegebene Bildungsgutscheine berechtigen. Mehr als 30 Prozent der Teilnehmer dieser Maßnahme "gehen via Praktikum in eine Arbeitsstelle", so die Sprachenkoordinatorin. Bislang haben nach Aussage von Fieber bereits cirka 110 Menschen mit Migrationshintergrund in Mainz an der im September 2007 gestarteten integrativen Maßnahme teilgenommen.

