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Allgemeine Zeitung

Mainz 

Konserven-Komödie für Fernseh-Junkies

19.01.2009 - MAINZ

Von Maike Hessedenz

"Vollplaybacktheater" zeigt im Frankfurter Hof, dass Schauspieler nicht immer selber sprechen müssen

Drei grüne, schlaksige Männchen namens Astro, Vectro und Manto, die sich in ihrem fliegendem Kaffeebecher vom Planeten Omega einen Landeplatz mitten in Teletubbie-Land ähnlichen Gefilden aussuchen. Und drei aus ihren Kinderklamotten herausgewachsene Detektive namens Justus Jonas, Peter und Bob, die nicht nur diesem Mysterium, sondern jeglicher Kuriosität, die jemals über die deutschen Mattscheiben geflimmmert ist, auf den Grund zu gehen scheinen. Dass bei der Vorstellung des Vollplaybacktheaters ununterbrochen der riesige Fernseher auf der Bühne läuft, erklärt sich von selbst, und dass das Rauschen, das während der gesamten Show den Frankfurter Hof erfüllt, nicht nur unverzichtbar, sondern auch voll beabsichtigt ist, auch. Selbst sprechen ist bei den Playbackprofis nämlich verpönt. Das übernehmen bekannte Größen aus Film, Fernsehen und Hörspielkassette. Wer nämlich glaubt, nur die drei altbekannten Jungdetektive lassen ihre Stimmen zu den wilden Verrenkungen der Hauptdarsteller in der selbstgebauten Sperrholzkulisse sprechen, täuscht sich. "Die Drei Fragezeichen... und die bedrohte Ranch" überrascht als völlig absurde, aber gerade deshalb so irrwitzige Show: Humphrey Bogart lässt sich in die Augen schauen, die Akte-X-Agenten Scully und Mulder mischen sich in die Ermittlungen rund um die Opel-Blitz-Wesen ein, Captain Picard landet mit der Enterprise zwischen. Die drei Helden entkommen allerdings auch ohne Hilfe der über die Bühne schießenden "Full Metal Jacket"-Kanonenkugel. Was wiederum nach einem allseits bekannten, aus drei Worten bestehenden Slogan des neuen US-Präsidenten schreit. Ein gewisses Fernsehprogramm-Insiderwissen setzen die Erfinder und Protagonisten des Playback-Theaters beim Publikum im proppenvollen Frankfurter Hof voraus. Und auch einen Sinn für die alltäglichen Schwachsinnigkeiten, die die TV-Macher ihren Konsumenten zumuten. Trotzdem und gerade deshalb bleibt zu hoffen, dass sich nicht bewahrheitet, was die "Men in Black" zum Schluss prophezeihen: "Ich verspreche Ihnen, dass Sie sich morgen an nichts mehr erinnern werden!"


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