Von Josef Ludwig
WURSTABEND Gesangverein „Cäcilia“ begrüßt 360 Gäste beim einzigen Gonsenheimer Herrenabend
Wenn auf Bauernhöfen am Gonsbach fleißige Sängerfrauen zentnerweise Kartoffeln schälen, Sellerie schnippeln und Endiviensalat putzen und die Männer wenig später diverse Wurstsorten auf ihren Geschmack testen, dann steht ein Wurstabend unmittelbar bevor.
Es gibt ihn schon seit rund hundert Jahren beim 167-jährigen Gesangverein „Cäcilia“. Dort saßen 360 Fans beim noch einzigen, örtlichen Herrenabend wie die Heringe in der Jahn-Turnhalle beieinander. Der Vereinschor hätte sie zur Begrüßung gar nicht zum Erheben der Gläser einladen müssen; das taten sie schon vorher und auch noch, nachdem die cäcilianischen Worschtzippelsänger nach Mitternacht den Schlussakkord angestimmt hatten. Sie ließen sich vom Vorsitzenden August Becker vereidigen und beschworen insgeheim auch die schmackhafte Verköstigung.
Das närrische Programm war ebenso herzhaft und abwechslungsreich und wurde von dem seit der Jahrtausendwende amtierenden Sitzungspräsidenten Ulrich Dörr geleitet. Der begrüßte unter den Gästen auch die drei OB-Kandidaten Lukas Augustin (CDU), Günter Beck (Grüne) und Michael Ebling (SPD). Ihnen ging es gewiss nicht nur um die servierte Wurst. Sie lernten in der Bütt sogleich die „Frau des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Mainz-Wiesbaden“ alias Sabine Pelz kennen.
Norbert Schult gab närrische Einblicke in die nächtlich noch servierte Knoblauchwurst und bot zusammen mit August Becker ein Couplet in den Rollen zweier Adliger. Edgar Strack, Spross aus echtem Gunsenumer Gemüseadel, besang den einheimischen Rosenkohl, und Jürgen Gros markierte den zum Abend passenden Schoppenstecher. Auch Horst Radelli als „Familienmitglied von Willi Windhund“, Bernhard Knab als „Deutscher Michel“ und Gunther Raupach als „Erotikfilmgucker“ waren mit von der närrischen Partie. Die Tänzerinnen des TV Hechtsheim und das Männerballett „Rainbows“ des CC Budenheim mischten, reichlich mit Applaus bedacht, mit. Bürgermeister Günter Beck verlieh der verdienten Sängerin Annemarie Schramma den Stadtorden. Für flotte Musik sorgten die „Küchenbullen“.

