Von Michael Sowada
HOBBY Vom Dom bis zur Weihnachtskrippe - Karl-Heinz Rausch schnitzt leidenschaftlich gerne
„In der Werkstatt habe ich mich schon immer wohlgefühlt“, sagt Karl-Heinz Rausch und lächelt verschmitzt. Als er vor elf Jahren in Rente ging, wusste der gelernte Feinmechaniker, dass er ein Hobby brauchte. Seitdem schnitzt er. Ob Mainzer Figuren wie Gutenberg und Bonifatius, historische Gebäude oder, passend zur Jahreszeit, weihnachtliche Krippen.
Karl-Heinz Rausch hat schon alles geschnitzt. Derzeit arbeitet er mit viel Leidenschaft an einer handgeschnitzten Nachbildung des Mainzer Doms. „Da stecken jetzt schon etwa rund 1 000 Arbeitsstunden drin“, sagt der 72-Jährige. Karl-Heinz Rausch ist ein Perfektionist. Er hat sich die Originalpläne des Doms besorgt und achtet akribisch auf jedes Detail. „Ich will nicht unter Stress arbeiten. Ich nehme mir viel Zeit“, sagt er. Sein bisher größtes Projekt war die Dresdner Frauenkirche. Exakt 921 Arbeitsstunden hat er dafür investiert. Verkaufen möchte er das gute Stück nicht. „Da muss schon ein Millionär kommen“, scherzt der Hobbyschnitzer.
Karl-Heinz Rausch liebt Herausforderungen. Von Hand hat er eine Weihnachtskrippe geschnitzt. Jede Figur hat er dabei bis ins letzte Detail bearbeitet und bemalt. „Meine Frau hat sich die Krippe schon seit 30 Jahren gewünscht“, sagt er. Einen großen Reibach möchte er mit seinen Werken nicht machen. „Mir geht es nur um die Arbeit selbst“, erklärt Rausch seine Motivation. Er betrachte das Schnitzen als „reines Hobby“. Zwar verkaufe er schon ein paar Dinge, aber biete jene vergleichsweise günstig an, sodass er keinen großen Gewinn erziele.
Karl-Heinz Rausch ist ein Mann, der immer in Bewegung sein muss. Wenn er gerade nicht in seiner Werkstatt an neuen Figuren oder Objekten herumschnitzt, ist er häufig draußen unterwegs. Er gehe viel mit seiner Frau spazieren und arbeite während der passenden Jahreszeit gerne im Garten.
Schachspiel ist eine weitere Leidenschaft
Neben dem Schnitzen hat Rausch noch ein weiteres Hobby: Schach. Der 72-Jährige ist seit rund 50 Jahren begeisterter Schachspieler. Im Januar nehme er mal wieder an einem Turnier teil, erzählt er. Bis dahin verbringt er weiter täglich rund vier Stunden in seiner Werkstatt, denn: „Ich habe einen Ordner voller Ideen“, sagt er vielversprechend.
Seine liebevoll geschnitzten Figuren und Objekte sind beliebt. Derzeit stelle er seine Werke in der Försterei Bodenheim, im Mombacher Künstlerkreis, bei dem er Mitglied ist, und auf dem Lerchenberg aus.
Das nächste große Projekt sei die Fertigstellung des Mainzer Doms. Bis dahin wolle er noch, passend zur Winterzeit, einige Eiskristalle schnitzen, die sich an Fenstern aufhängen lassen.

