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Mobile Erlebniswelt

20.01.2011 - WOLF

Von Michael Heinze

BIO-TECHNIKUM Bus bietet Einblick in bedeutenden Wissenschaftszweig

Waschmittel, die schon bei niedrigen Temperaturen den Flecken an die Wäsche gehen, biologisch abbaubare Kunststoffe oder die Überführung von Kriminellen - in fast allen Lebensbereichen kommt die Biotechnologie zum Einsatz. Welche immense Bedeutung sie für den Alltag hat, wird mit der Initiative „Bio-Technikum. Leben erforschen - Zukunft gestalten“ erfahrbar. Die Informationskampagne des Bundesministeriums für Bildung und Forschung macht mit ihrer mobilen Erlebniswelt noch bis Freitag auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Station.

Im zweistöckigen Truck, der Labor, multimediale Ausstellung, Biotech-Kino und Dialogforum zugleich ist, erhalten Interessierte außergewöhnliche Einblicke in die Biotechnologie. Im Mittelpunkt steht der Zusammenhang von Forschung und der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren. Zum Auftakt steckten gestern 150 Neugierige, darunter drei Schülergruppen, vor der Alten Mensa ihre Nase in den gelbblauweißen Doppeldeckerbus - und staunten nicht schlecht.

„Die Geräte sind faszinierend“, urteilte der Bretzenheimer Reiner Wolf (62), der mit Gattin Hannelore (59) sowie Tochter und Enkelchen gekommen war, zwischen Biophotometer und großer Tischzentrifuge. „So etwas habe ich noch nie gesehen“, meinte Hannelore Wolf. „Ohne fundiertes Wissen ist das alles schwer zu verstehen.“

Auf einem Rundgang durch das Fahrzeug mit seinen Themendisplays und Multimedia-Terminals - auch ein Biotech-Quiz fehlt nicht - bekommen die Besucher unter anderem erklärt, wie ein Medikament entsteht oder warum Biotechnologie in Stonewashed-Jeans steckt. Greifbar wird die Forschung dank Exponaten wie dem DNA-Chip. Er verdeutlicht spielerisch, wie mit Hilfe von Erbgutschnipseln Krankheiten diagnostiziert werden können. Darüber hinaus erleben die Schaulustigen einen dreidimensionalen Flug durch eine menschliche Zelle. Mit dem Multimedia-Lernspiel „Bodymover“ erforschen sie deren Bestandteile und steuern die Orientierung in der Zelle mit der eigenen Körperbewegung. Die Präsentation „Kunstwerke des Lebens“ zeigt auf einem Großbildschirm mikroskopische Aufnahmen von Mikroorganismen und Biomolekülen.

Mit ihrem modernen Labor bietet die mobile Erlebniswelt Schülern die Möglichkeit, selbst zu experimentieren. In Praktika nehmen sie das Erbmaterial DNA, technische Verfahren und die Bedeutung von Proteinen in der Biotechnologie unter die Lupe, isolieren den Speicher der Lebensinformation aus Bakterien oder ermitteln die Virenlast fiktiver Patienten. Bei zwei Ausstellungsrundgängen und einer Gesprächsrunde am heutigen Donnerstag haben Studierende Gelegenheit, sich mit den projektbegleitenden Wissenschaftlern, den Diplom-Biologen Dr. Katrin Silbermann und Dr. Niklas Nold, auszutauschen.

Von Michael Heinze

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„OFFENE TÜR“
Das Bio-Technikum ist noch bis 2013 unterwegs, um Biotechnologie als Wissenschaftszweig und Wirtschaftsbranche zu präsentieren.

„Offene Tür“ für jedermann: Am heutigen Donnerstag von 12.30 bis 14 Uhr sowie am Freitag von 12 bis 14 Uhr.

Weitere Infos im Internet unter www.biotechnikum.eu.
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