Mainzer Aufbaugesellschaft: Gespräche zur Anteilsübernahme ohne Ergebnis
02.09.2010 - MAINZ
Von Michael Erfurth
Offiziell war nach den Donnerstag-Sitzungen des Aufsichtsrats und der Gesellschafterversammlung der Mainzer Aufbaugesellschaft (MAG) von „konstruktiven Gesprächen“ die Rede. Doch das Ziel der Stadt, die Anteile der vier Banken an der Mainzer Aufbaugesellschaft (MAG) bald zu übernehmen – womöglich mit der Unterstützung einer stadtnahen Gesellschaft – ist noch weit. Dem Vernehmen nach sind Sparkasse, Mainzer Volksbank, SEB (ehemals Union Treuhand) und Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die gemeinsam über 50,1 Prozent der MAG verfügen, prinzipiell zum Verkauf bereit. Doch die Beteiligten liegen in ihren Vorstellungen über die Konditionen weit auseinander, die Gespräche blieben am Donnerstag ohne konkretes Ergebnis.
Die Stadt ist bislang mit 43,29 Prozent und über die Grundstücksverwaltungsgesellschaft (GVG), an deren Spitze Wirtschaftsdezernent Franz Ringhoffer (FDP) steht, mit 6,59 Prozent an der MAG beteiligt. Sollte die Stadt das Sagen in dem Unternehmen haben, wäre der Weg frei für die Wahl von Ringhoffer in die Geschäftsführung der MAG. Gemeinsam mit Geschäftsführer Martin Dörnemann wäre damit die volle Handlungsfähigkeit der Gesellschaft wieder hergestellt. Denn nach dem Ausscheiden von Geschäftsführer Lukas Augustin am 30. August kann das Unternehmen keine größeren Projekte mehr beginnen, da dafür laut Gesellschaftervertrag die Unterschrift von zwei Geschäftsführern notwendig ist. CDU-Stadtrat Gerd Schreiner untermauerte am Donnerstag seine Kritik: „Die MAG kann derzeit keine Verträge unterschreiben und ist faktisch handlungsunfähig“. Ihm sei ein Mainzer Unternehmen bekannt, das dadurch „mit seinem Bauvorhaben in der Luft hängt“.
Ringhoffer zur Wohnbau?
Ringhoffer könnte – nach Auslaufen des Vertrags von Wohnbau-Geschäftsführer Dr. Michael Albertz im Dezember – noch den Geschäftsführerposten neben Thomas Will in der stadtnahen Gesellschaft übernehmen, um damit in den drei Unternehmen, die für die Stadtentwicklung von großer Bedeutung sind (MAG, GVG und Wohnbau), die Fäden in der Hand zu haben – so die Zielsetzung der „Ampel“. Dann sollte Ringhoffer seinen Posten als Wirtschaftsdezernent abgeben und FDP-Fraktionschef Christopher Sitte vom Stadtrat in dieses Amt gewählt werden. Ringhoffer würde danach in der neu gegründeten Zentralen Beteiligungsgesellschaft Mainz nicht Geschäftsführer bleiben, sondern die ehrenamtliche Funktion an Sitte abgeben. Damit würde die Holding von Sitte, Bürgermeister Günter Beck (Grüne) und Stadtwerke-Vorstand Detlev Höhne (SPD) geführt. Doch bislang scheitern diese Planspiele der Koalition an den verhärteten Fronten in den MAG-Gremien.

