Instrumente für Weinkultur in Mainz
02.09.2010 - MAINZ
Von Maike Hessedenz
„Die Weinkultur in Mainz braucht vielfältige Instrumente“, meint Birgit Zehe-Clauß (FDP); zum Beispiel mehr Straußwirtschaften und Gutsausschänke, eine Beschilderung der Winzerhöfe und mehr Marketing für die Winzer. Außerhalb der Feste spüre der Tourist in der Great Wine Capital Mainz nämlich kaum etwas vom Wein. Ein entsprechender Antrag von FDP, SPD und Grüne, der unter anderem eine Vinothek in der Innenstadt und eine Unterstützung der Winzer vorsieht, wurde am Mittwoch vom Stadtrat beschlossen. Ein zentraler Punkt der Forderungen besteht auch darin, dass der Kriterienkatalog zur Einrichtung von Gutsschänken die Leistungsfähigkeit des Betriebes berücksichtigen soll.
Hinter dem Antrag, so erklärt Winzer Hans Willi Fleischer auf AZ-Anfrage, stecke eine Initiative der Mainzer Winzer. Die bislang nur rar gesäten Straußwirtschaften litten unter anderem unter den eingeschränkten Öffnungszeiten; zudem wollten es die Betreiber nicht weiter hinnehmen, dass sie dort keine selbst produzierten Sekte und Brände ausschenken und nur „einfache“ Speisen anbieten dürften. Viele wünschten sich daher, in ihrem Betrieb eine Gutsschänke, in der ein größeres Speisen- und Getränkeangebot erlaubt sei, einzurichten, so Fleischer. Dies scheitere aber daran, dass dafür Auflagen erfüllt werden müssten, die für einen kleinen Familienbetrieb nicht zu leisten seien – unter anderem der Ausbau und die Beleuchtung des Wirtschaftsweges. „Nicht jeder ist Großunternehmer wie Christian Barth, der solche baulichen Maßnahmen für seinen Gutsausschank auf der Laubenheimer Höhe stemmen kann“, erklärt Fleischer.
Grüne: Im Innenstadtbereich aktiv werden
Zwar forderten die Grünen, vor allem zur Verhinderung der Zersiedelung insbesondere im Innenstadtbereich aktiv zu werden und die ÖDP wies darauf hin, dass man mit dem Beschluss keinesfalls das Gaststättengesetz umgehen dürfe. Dennoch wurde derAntrag mit großer Mehrheit beschlossen. Auch Wirtschaftsdezernent Franz Ringhoffer (FDP) befürwortete die Idee.

