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Mainz 

Karstadt: Mainzer Kaufhaus-Chef hofft auf baldiges Ende des Insolvenzverfahrens

29.07.2010 - MAINZ

Von Monika Nellessen

„Wir freuen uns, bald aus der Insolvenz raus zu sein“, erklärte am Donnerstag Karstadt-Geschäftsführer Jörg Walloschek der AZ zur Meldung aus London. Danach hat eine Gruppe der Kreditgeber des Vermieterkonsortiums High-street den niedrigeren Mietkonditionen zugestimmt, die Karstadt-Investor Berggruen gefordert hat. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg setzt darauf, dass bis 8. August auch die anderen Beteiligten zustimmen.

Walloschek ist auch im Namen der 150 Mitarbeiter in Mainz optimistisch: „Die Mannschaft macht seit Jahren eine hoch engagierte Arbeit. Wir sehen für Karstadt als Ganzes positiv in die Zukunft und hoffen in Mainz auf weitere positive Schritte nach vorne.“

Haus in Mainz ganz oben auf der Liste der Investitionsobjekte

Auf AZ-Anfrage bestätigte Thomas Schulz, Sprecher des Insolvenzverwalters, dass in der bisherigen Strategieplanung die Warenhäuser in Mainz und Bielefeld ganz oben auf der Liste der lohnenswerten Investitionsobjekte stehen. „Sowohl für Mainz und Bielefeld sieht Karstadt die Chance, gemeinsam mit einem Immobilienentwickler den Standort auch in Richtung einer innerstädtischen Centerentwicklung deutlich aufzuwerten.“ Zwar zählt der Mainzer „Karstadt“ zu den profitabelsten Häusern der Warenhauskette, doch eine fällige Sanierung wurde vom früheren Arcandor-Konzern auf die lange Bank geschoben. Nach Angaben von Schulz könnten sich die Gespräche, die Karstadt und Highstreet mit Immobilienentwicklern führen, nach Abschluss des Insolvenzverfahrens rasch konkretisieren. Wie es letztlich weitergeht, entscheide aber der Investor. Falls dieser Notwendigkeiten und Chancen ähnlich sieht, wäre nach AZ-Informationen wohl die Multi Development GmbH der aussichtsreichste Projektentwickler, um den in Mainz seit Jahren diskutierten Neubau auf den Weg zu bringen. Wirtschaftsdezernent Franz Ringhoffer (FDP) betonte indes, es gebe mehrere Interessenten. Derzeit sei alles nur Spekulation.

Die „Multi Development Germany“ hat beispielsweise in Duisburg ein Einkaufszentrum mit Karstadt und Shopping Mall etabliert. Dort liegt die Verkaufsfläche bei 57.000 Quadratmetern, davon hält Karstadt 19000 Quadratmeter. In Mainz ist Karstadt bislang 10.000 Quadratmeter groß. Schon lange liegen Pläne für einen Neubau bis zur Straßenflucht der bisherigen Pavillons in der Schublade. Dabei könnten das Parkhaus, die benachbarte Bank und leerstehende Büroflächen einbezogen werden. Die Höhe des Einkaufskomplexes wäre gestaffelt, so dass bis zu vier Etagen für Warenhaus, Lebensmittel, Shops sowie Gastronomie zur Verfügung stehen. Als wahrscheinlich gilt, dass Karstadt nicht nur seine Verkaufsfläche, sondern auch den Mode-Anteil von 35 Prozent auf 50 Prozent ausbaut. Karstadt-Niederlassungsleiter Walloschek warnt gleichwohl davor, die Negativwirkungen zu unterschätzen, die von der Neuansiedlung von Möbel Martin und einem Fachmarktzentrum in Hechtsheim für das City-Projekt ausgehen. „Es heißt zwar, dass der Anteil der zentrenrelevanten Waren dort begrenzt wird, aber ich stelle in Frage, ob dies kontrolliert wird.“ Investoren schauten darauf, was Mainz an der Peripherie erlaube.

Schon seit  zehn Jahren ist eine Modernisierung des Karstadt-Komplexes  in der Ludwigsstraße  im Gespräch.  	Foto:  Harald Linnemann

Schon seit zehn Jahren ist eine Modernisierung des Karstadt-Komplexes in der Ludwigsstraße im Gespräch. Foto: Harald LinnemannVergrößern

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29.07.2010 Dieser Kommentator ist bei uns nicht registriert.

Was wollen Sie denn?

Das ist doch eine wunderschöne Zukunftsperspektive!
Wer Ahnung davon hat, wie in Mainz geplant und gebaut wird, der weiß:

Dort an der Lu wird eine riesenhafte Shopping-Mall entstehen, die in ihrem Ausmaß und ihrem architektonischen "Anspruch" nicht nur die "Römerpassage" bei weitem übertreffen, sondern auch unseren Dom zu einem Hintergrundaccessoire degradieren wird.

29.07.2010 i2stiller, dieser Kommentator ist bei uns registriert.

Architektur

Von Prinz Charles stammt folgender Satz:
"Die deutsche Luftwaffe habe in London weniger Schaden angerichtet als die Architekten nach dem Krieg."

Nur so zum Nachdenken

29.07.2010 Dieser Kommentator ist bei uns nicht registriert.

Der SuperGAU...

wäre die Bebauung bis zur Straßenflucht, also der Grenze zum öffentlichen Raum. Dadurch wird doch die lockere Atmosphäre zerstört, alles wirke beengt und eingekesselt.

Warum kann Mainz nicht mal für die Menschen bauen lassen. Alles ist hier dicht an dicht bis zur Straßenlinie. Lieber ein paar Meter hinter der Straßenfluchtlinie und die Freifläche mit Grün aufwerten. Dann lebt man auch in Mainz wieder schön. Beispiel Frankfurt! Viele Alleen und die alten Häuser sind nicht bis an die Straße gepresst.

Wann lernt es Mainz endlich, dass man durch die Architektut viel erreichen, aber auch viel zerstören kann?

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