Brüderle soll abschalten
27.07.2010 - MAINZ
Von Andreas Riechert
PROTEST Atomkraftgegner machen vor Mainzer Büro des Bundeswirtschaftsministers Rabatz
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) ist ins Kreuzfeuer der Mainzer Atomkraftgegner geraten: Vor Brüderles Wahlkreisbüro am Linsenberg forderten rund 100 Demonstranten den Politiker lautstark dazu auf, die Pläne zur Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken aufzugeben und sich im Kabinett für den verstärkten Ausbau von erneuerbaren Energien einzusetzen.
Brüderles Büroleiter Josef Becker nahm in dessen Abwesenheit die von über 150 000 Bürgern unterschriebene Erklärung „Atomkraft abschalten“ entgegen und versprach, die geäußerten Forderungen an den Bundesminister weiterzuleiten und diese prüfen zu lassen. Zuvor hatten die Demonstranten mit Trommeln, Trillerpfeifen, Tröten, Rasseln, Topfdeckeln und weiteren Utensilien für rund 45 Minuten Alarm geschlagen.
„Die übergroße Mehrheit der Wähler will nicht längere, sondern kürzere Laufzeiten für Atomkraftwerke. Herr Brüderle muss sich einer Politik entgegenstellen, der die Sicherheit der Bevölkerung nichts bedeutet und mehr Profit für die Stromkonzerne alles“, unterstrich Demonstrant Heshmat Tavakoli (attac Mainz).
An der unter dem Motto „Atom-Alarm“ stehenden Demonstration, die Teil eines bundesweiten Aktionstages in rund 60 Städten war, zu dem das Kampagnennetzwerk Campact aufgerufen hatte, nahm auch die Mainzer Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner (Grüne) teil. „Wenn wir die Laufzeiten verlängern, schlagen wir eindeutig den falschen Weg ein. Das Geld, das in diese Dinosaurier-Technologien reingesteckt wird, verhindert den Ausbau von erneuerbaren Energien“, kritisierte sie.

