Von Michael Heinze
Vier junge Beamte, die durch außergewöhnliches Engagement zum Ansehen der Polizei beigetragen haben, zeichnete Polizeipräsident Karl-Heinz Weber am Dienstag mit einer Dankplakette aus. Die vier Bereitschaftspolizisten, die am 27. Juni zur Unterstützung des Polizeipräsidiums im Einsatz waren, hatten eine Frau aus dem Rhein gerettet.
„Wären die Vier nicht so beherzt eingeschritten, hätte diese Frau höchstwahrscheinlich ihr Leben gelassen.“ An diesem Tag ist ein Einsatzzug der Zwölften Hundertschaft aus Mainz anlässlich des Fußball-WM-Spiels gegen England in der City im Einsatz. Die vier Beamten agieren auf dem Public-Viewing-Gelände am „Mainzstrand“. Gegen 16.20 Uhr spricht sie ein Security-Mitarbeiter an. Die Einlasskontrolle am Haupteingang benötige Unterstützung. Eine hysterische Frau stehe auf einer Rheintreppe im Wasser und wolle nicht mehr heraus kommen. Sofort eilt das Quartett zum Ort des Geschehens. Die Kaimauer dort fällt fünf Meter senkrecht nach unten und ist durch eine Leitplanke abgesperrt. Hinter der Leitplanke führt eine schmale ungesicherte Steintreppe an der senkrechten Mauer bis unter die Wasseroberfläche. Zwei Meter über das Ende dieser Treppe hinaus befindet sich die Frau in den Fluten. Die 29-Jährige ist unterkühlt und leichenblass. Mit der linken Hand klammert sie sich an einen Handlauf an der Kaimauer. Nur ihr Gesicht ragt aus dem Rhein. Geistesabwesend droht die Dame, sich das Leben zu nehmen.
Frau taucht plötzlich unter
Um der Frau die Angst zu nehmen, steigen die Polizeikommissarinnen Nicola Schmelzeisen (28) und Katharina Grebert (22) die Treppe herunter, reden beruhigend auf sie ein. Doch plötzlich taucht die Frau ohne Vorwarnung unter. Dabei drückt sie sich selbst mit ihrem linken Arm am Handlauf unter Wasser, ist einige Sekunden im trüben Nass verschwunden. Ohne zu zögern springen die Beamten ins Wasser, bilden eine Rettungskette. Polizeikommissar Christian Erwes (23) steht komplett im Wasser. Der muskulöse Mann greift sich die Frau. Mit vereinten Kräften kann die 29-Jährige wieder an die Oberfläche gezerrt werden. Kaum hat die Ertrinkende Luft holen können, wird sie hysterisch; schreiend versucht sie, sich aus den helfenden Händen zu winden. Doch die Rettungskette hält. Webers Polizisten ziehen die Lebensmüde Stufe um Stufe die Treppe nach oben.
Auf der Rheinpromenade bricht die Frau vor Erschöpfung beinahe zusammen, später wird sie in die Psychiatrie eingeliefert. Der umsichtige Gruppenführer Marc John (33) betont, er habe nicht viele Kommandos geben müssen. „Die Teamarbeit hat hervorragend funktioniert“, so der Polizeioberkommissar.


Glückwunsch
Das sind super Nachrichten, Glückwunsch an die Kollegen!!