Von Andreas Riechert
MASIFUNDE Verein mit Sitz in der Neustadt engagiert sich bei Projekten in südafrikanischer Township
Die Fußball-WM in Südafrika nähert sich ihrem Ende, und auch der Spielort Port Elizabeth stand für wenige Wochen im Fokus der Weltöffentlichkeit. Abseits allen Glanzes hat die Stadt jedoch mit erheblichen sozialen Schwierigkeiten zu kämpfen, die sich vor allem in einem von starker Differenzierung geprägten Bildungssystem manifestieren.
Ein von Mainzer Studenten initiiertes Projekt soll diesem Problem entgegenwirken. Der im Jahr 2005 ins Leben gerufene gemeinnützige Verein „Masifunde“ hat sich zur Aufgabe gemacht, benachteiligte Kinder und Jugendliche im Walmer Township von Port Elizabeth durch Bildungsprojekte gezielt zu fördern und ihnen somit eine bessere Zukunftsperspektive zu eröffnen.
„Das Bildungssystem ist in Südafrika nach wie vor stark differenziert. Es ist für Kinder aus einkommensschwachen Familien sehr schwierig, auf eine gute Schule zu kommen und es gibt einen Mangel an Chancengleichheit“, erläutert Masifunde-Pressemitarbeiter Christian Schulze die auch knapp 20 Jahre nach Ende der Apartheid bestehende Ungerechtigkeiten, die einen jungen Mainzer Studenten nicht zur Ruhe kommen ließen. Nachdem sich der heutige Masifunde-Vorsitzende Jonas Schumacher, der bereits seinen Zivildienst in Südafrika abgeleistet hatte, während eines Austauschprogramms an der Nelson Mandela Metropolitan-University von Port Elizabeth mit dem südafrikanischen Bildungssystem beschäftigt hatte, stand sein Entschluss fest. „Damals hat Jonas Masifunde gegründet und so fing alles an“, sagt Schulze, dessen ehrenamtlich geführter Verein mittlerweile auf rund 50 Personen zählen kann.
Während Masifunde von Mainz aus geführt wird und die Fäden im eigenen Büro in der Neustadt zusammenlaufen, setzt der Verein in Südafrika auf kompetente Betreuung vor Ort. Studenten, die im Rahmen ihres Studiums einen Auslandsaufenthalt in einem Entwicklungsland anstreben, haben über Masifunde die Möglichkeit, ein einjähriges Praktikum im Township von Port Elizabeth zu absolvieren und die dort lebenden Kinder in einem großen deutsch-südafrikanischen Team zu betreuen. „Gerade für Studenten, die Fächer mit einem pädagogischen Hintergrund studieren, ist das eine interessante Sache“, sagt Schulze, der in diesem Zusammenhang auf die fächerübergreifende Vielfalt der Masifunde-Unterstützer verweist.
So gehörten auch Politologen, Ethnologen oder BWL-Studenten zu den ehrenamtlichen Helfern. Je nach zeitlicher Verfügbarkeit könne jeder seine individuellen Fähigkeiten einbringen. „Egal ob Pressearbeit, Veranstaltungsorganisation oder Fundraising - die Leute können sich überall betätigen, um unsere Arbeit für Südafrika zu unterstützen“, sagt der 26-jährige Mainzer, der dem bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichneten Verein seit einem Jahr angehört. Dass dieser zur Umsetzung seiner Projekte und Ideen auf finanzielle Hilfe angewiesen ist, versteht sich dabei von selbst.
Der aktuell vor Ort geplante Bau eines Bildungszentrums soll dazu beitragen, Programme wie Bildungspatenschaften und Hausaufgabenbetreuung oder außerschulische Angebote wie „Learn 4 life!“ intensivieren zu können. „Durch dieses Bildungszentrum bieten wir ihnen auch einen räumlichen Anlaufpunkt. Der Entwurf steht zwar, aber wir brauchen unbedingt noch Spenden“, appelliert Christian Schulze.

