Bildungsministerin als Marktfrau
23.06.2010 - MAINZ
Von Andreas Riechert
DEIN Tag für Afrika Neben Doris Ahnen beteiligen sich rund 48 000 rheinland-pfälzische Schüler an Aktion Tagwerk
Die Besucher des Mainzer Wochenmarkts staunten gestern Morgen nicht schlecht, als sie über den Liebfrauenplatz schlenderten. Hinter dem Obst- und Gemüsestand von Werner Stahl lächelte Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) den Bürgern freundlich entgegen, kam mit den Kunden ins Gespräch und packte Kirschen, Spargel oder Petersilie fachmännisch in Tüten ein. Der ungewöhnliche Einsatz der Ministerin, die für eine gute Dreiviertelstunde in die Rolle als Marktfrau schlüpfte, war Teil des achten Aktionstags „Dein Tag für Afrika“, der im Jahr 2003 in Rheinland-Pfalz ins Leben gerufen wurde und mittlerweile bundesweit durchgeführt wird.
Alleine in Rheinland-Pfalz beteiligten sich rund 48 000 Schüler aus 168 Schulen an der vom Verein Aktion Tagwerk initiierten Kampagne für Gleichaltrige, deren kompletter Erlös der Bildungsförderung von jungen Menschen in Afrika zugute kommt. Unter dem Motto „Hol die Bildung aus dem Abseits“ ließen auch zahlreiche Mainzer Schüler ihre Schultaschen und -bücher für einen Tag zu Hause und leisteten einen wertvollen Beitrag, um für Bildungsprojekte des Aktion Tagwerk-Projektpartners Human Help Network Geld zu sammeln.
Ob Arbeitseinsätze in städtischen Unternehmen und in der Verwaltung oder Hilfsdienste im Freundes- und Familienkreis: Das ehrenamtliche Engagement der Schüler hätte kaum vielfältiger sein können. Ihren Lohn spendeten die Kinder und Jugendlichen für Projekte im Fußball-WM-Gastgeberland Südafrika sowie in Burundi, Ruanda, Angola und dem Sudan.
Für Doris Ahnen, die die Kampagne gemeinsam mit Ministerpräsident und Schirmherr Kurt Beck (SPD) von Beginn an unterstützt und mit ihrem Einsatz gezielt auf den Aktionstag aufmerksam machen wollte, war der „Tag für Afrika“ eine großartige Sache. „Der besondere Reiz liegt darin, dass junge Menschen eine tolle Aktion vorbereiten und durchführen können, die von Schülern für Schüler gemacht ist. Das Ganze dient einem guten Zweck und die Schüler können sich mit dieser Kampagne identifizieren. Außerdem können sie erste Erfahrungen im Berufsleben sammeln“, betonte die Bildungsministerin.
Motivierte Realschüler im Fanshop von Mainz 05
Auch im Fanshop von Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 brachten sich fünf Schüler der Niersteiner Carl-Zuckmayer-Realschule mit Begeisterung ein, verkauften Fanartikel, arbeiteten im Lager und waren motiviert bei der Sache. „Es ist cool, hier zu sein. Wir haben Spaß und machen eine sinnvolle Sache“, freute sich Marc.
Unterstützt wurden der Neuntklässler und seine Kumpels Ricardo, Jonas, Lucas und Christopher vom aus Nigeria stammenden 05-Neuzugang Haruna Babangida, der der Kampagne ebenfalls nur Positives abgewinnen konnte: „Das ist eine großartige Möglichkeit, den jungen Menschen in Afrika zu helfen. Ich weiß um die Nöte der Kinder und Jugendlichen dort und begrüße das sehr“, sagte Babangida.

