Gute Noten für Strand - Studentin untersucht Freizeit-Angebote am Rheinufer
17.06.2010 - MAINZ
Von Nicole Weisheit-Zenz
Eine wissenschaftliche Studie zwischen Palmen und Hängematten? Wo andere die Sonne genießen hat Nina Schröder eine großangelegte Befragung durchgeführt: Für ihre Examensarbeit hat sie den Mainzstrand als Thema gewählt.
Gleich neben der Theodor-Heuss-Brücke kommt von Mai bis September Urlaubsstimmung auf. Mit hellem Sand, Sommermusik, Sonnenliegen und Ständen im Südsee-Stil ist die Fläche von etwa 2000 Quadratmetern ein beliebter Treffpunkt. Doch welche Bedeutung hat der Mainzstrand für die Bevölkerung und wie wird er zur Erholung genutzt, fragte sich die Geographiestudentin. Für ihre Magisterarbeit hat sie im vergangenen Sommer 200 Besucher zwischen 15 und 45 Jahren mit Fragebögen interviewt und die Antworten statistisch ausgewertet. „Die Untersuchung zielte darauf ab, wie man die Lebensqualität in Städten verbessern kann”, erläutert ihr wissenschaftlicher Betreuer, der Stadtökologe Prof. Dr. Manfred Domrös.
Mainzstrand vermittelt karibische Urlaubsgefühle
Die Erkenntnisse zeigen eine große Beliebtheit des Mainzstrandes, vor allem bei den Jüngeren. Manche verbringen Nachmittage oder Abende hier mit Freunden, andere gehen in der Mittagspause vom Büro aus an den Strand, um kurz zu entspannen. Wie Nina Schröder herausgefunden hat, wird das Angebot so geschätzt, dass manche Besucher mehrmals pro Woche vorbeikommen. „Der Mainzstrand vermittelt karibische Urlaubsgefühle, bietet einen Ausgleich zum Alltag und ist eine Bereicherung für das Freizeitangebot der Stadt,” beschreibt die 27-Jährige.
Selbst wenn man aufgrund der starken Strömung nicht im Rhein baden kann, habe der Blick auf das Wasser für viele etwas Erfrischendes. Einige Mainzer, die finanziell bedingt nicht in Urlaub fahren können, sehen im „Strand vor Ort” eine echte Alternative – schließlich wird kein Eintritt verlangt. „Selbst Wiesbadener fahren dafür nach Mainz,” hat Nina Schröder herausgefunden. Außerdem verweilen Touristen gerne hier, bevor es per Bus oder Schiff weitergeht.
„Neben Biergarten, Café-Bar, Snacks und Eis gibt es besondere Angebote für Studenten oder Familien”, berichtet Tanja Zimmer, die sich über die Ergebnisse der Studie freut. Gemeinsam mit ihrem Mann betreibt sie den Mainzstrand, zunächst für fünf Jahre. Eine mehrjährige Verpachtung, die ein großes Engagement der Betreiber bewirkt, empfiehlt auch die Wissenschaftlerin. Für die komplette Ausstattung der „Exotik auf Zeit” haben Josef und Tanja Zimmer in der Tat hohe Investitionen getätigt. Obwohl die Zahl der Gäste in erster Linie vom Wetter abhängig ist, sind beide optimistisch. „Als Naherholungsgebiet ist der Mainzstrand ein originelles Angebot, das sich am Wohlbefinden der Bürger orientiert”, resümiert Geographieprofessor Domrös und sieht darin auch für andere Städte einen Trend der Zukunft.

