Miteinander trotz Sprachbarrieren
29.04.2010 - MAINZ
SPORT Muslimische Frauen sollen Übungsleiterinnen in Vereinen werden
(MH). Muslimische Mädchen und Frauen motivieren, Übungsleiterin im Verein zu werden, um Gleichgesinnte aus ihren Kulturkreisen für Bewegung und Sport zu begeistern - darum ging es bei der zweiten Auflage des zweitägigen Sport- und Gesundheitsseminars des Landessportbundes Rheinland-Pfalz (LSB).
Denn: Zehn Prozent der 1,5 Millionen Mitglieder in den 6300 rheinland-pfälzischen Sportvereinen sind Migranten oder haben einen Migrationshintergrund. Der erste Teil des Seminars fand jetzt im Haus des Sports in der Rheinallee und in der Sporthalle des Rabanus-Maurus-Gymnasiums statt.
„Durch Teamgeist, Fairness und Gemeinschaftserlebnisse in der Gruppe kann der Sport Integration erheblich erleichtern“, weiß Hiltrud Gunnemann, Abteilungsleiterin Sportentwicklung/Breitensport beim LSB. „Ein Miteinander ist trotz Sprachbarrieren durch gemeinsame Aktivitäten möglich.“
Der Trend gehe dahin, dass immer mehr junge muslimische Frauen ihrer Sportbegeisterung in Sportvereinen, Fitness-Studios und Bewegungszentren frönten. „Sie fordern ihren Körper und entwickeln ein neues Selbstbewusstsein“, hat die Organisatorin, die mit der Resonanz auf das Angebot zufrieden ist, registriert. Die Muslima würden erkennen, „wie wichtig Bewegung ist und wie gut es tut, etwas für sich selbst zu tun - neben den Pflichten in Schule, Beruf, Haushalt und Familie“.
Mit der 18 Lerneinheiten umfassenden Ausbildung sollen Muslima animiert werden, sich als Multiplikatorinnen für Sport und Gesundheit zu betätigen und so Gleichgesinnte aus ihren Kulturkreisen für Leibesübungen im Sportverein zu begeistern. Wobei die Damen nicht nur aus Mainz kamen, sondern aus allen Ecken von Rheinland-Pfalz. Aus Koblenz war Betül Cift angereist. Die Türkin, die an der Fachhochschule Remagen im ersten Semester Gesundheits- und Sozialwirtschaft studiert, war über ihre ehemalige Sportlehrerin auf das Seminar in Mainz aufmerksam gemacht worden.
„Es ist richtig gut“, schwärmte die 20-Jährige. „,Weil viele unterschiedliche Nationalitäten dabei sind - womit ich nicht gerechnet hätte - und weil man eine fundierte theoretische Vorbildung erhält.“ Ziel von Betül Cift ist es, noch in diesem Jahr eine Übungsstunde für Muslima zu leiten. Die Studentin sowie die 13 anderen Damen zwischen 30 und 45 Jahren aus Eritrea, Tunesien, Marokko sowie dem Irak und der Türkei wurden mit Informationen zu den positiven Einflüssen des Sports auf das Herz-Kreislaufsystem sowie zu Prävention durch Sport gefüttert.
Aber auch die Praxis in Form von moderatem Ausdauertraining und Übungen zur Haltungsschulung kam keineswegs zu kurz. Am Rheinufer griff die Gruppe zu den Nordic Walking-Stöcken.
Der zweite Seminartag findet am Samstag, 8. Mai, 10 bis 17 Uhr, im Fitness-Studio des Mombacher Turnvereins statt. Unter fachkundiger Leitung werden dann Fitnessgeräte vorgestellt und ausprobiert. Im Anschluss können sich die Teilnehmerinnen bei einer Kontaktbörse über die Angebote von Sportvereinen informieren. Muslima, die den ersten Teil verpasst haben, aber beim zweiten Teil noch mitmischen wollen, sind herzlich eingeladen. Infos bei Hiltrud Gunnemann, Telefon 061 31/28 14-371 oder per Email unter h.gunnemann@lsb-rlp.de.

