Bauzeit bereitet Sorgen
23.04.2010 - MAINZ
AUSSCHUSS Ortsvorsteherin befürchtet Chaos bei Projekt in Mombacher Suderstraße
(MH). Die größte Sorge der Mombacher beim Anfang 2011 beginnenden Abriss und Neubau der zehn heruntergekommenen Häuserblöcke im Karré zwischen Suderstraße, Auf der Langen Lein und An der Plantage ist die lange Bauzeit. Das betonte Ortsvorsteherin Dr. Eleonore Lossen-Geißler (SPD) gestern im Bauausschuss, nachdem Thomas Will und Tilman Weyel von der Wohnbau den Planungsstand skizziert hatten.
"Die Mombacher begrüßen die Planung im Prinzip und es ist gar keine Frage, dass sie eine Aufwertung bringen wird", sagte Lossen-Geißler. "Aber es gibt noch Diskussionsbedarf." Wenn die ursprünglich geplante Bauzeit von zehn Jahren nicht verkürzt werden könne, sei "das absolute Chaos in diesem Bereich" zu befürchten. Weyel stellte klar, dass man, anders als noch vor wenigen Monaten angekündigt, nicht Jahr für Jahr einen der zehn Häuserblocks abreißen und neu bauen werde. "Wir fangen jetzt schon mit zwei Riegeln an und wollen das Projekt so schnell wie möglich durchziehen." Nach AZ-Informationen wird sich das Gesamtprojekt nach Stand der Dinge höchstens über neun, mindestens aber über fünf Jahre erstrecken. Die Baukosten pro Häuserblock belaufen sich demnach auf mindestens 1,7 Millionen Euro, sodass Will das Gesamtinvest auf "knapp 20 Millionen Euro" bezifferte.
"Die Suderstraße gehört zu einem Bereich unseres Wohnbestandes, in dem sich eine Sanierung nicht mehr rechnet", stellte der Wohnbau-Chef klar. "Die Investitionen wären im Vergleich zu dem, was wir über die Miete wieder zurückbekommen, viel zu hoch." Daher werde man die Blöcke "niederlegen und durch zehn neue Hochriegel ersetzen". Die Anzahl der Wohneinheiten werde sich dabei von 140 auf 180 erhöhen, von denen 60 schwellenlos erreichbar seien. "Am Ende werden einmal 540 Menschen in diesem Wohngebiet leben - und damit etwas mehr als doppelt so viele wie heute", so Weyel. Zwar sei "in der öffentlichen Diskussion" die Idee aufgekommen, statt Mietwohnungen eine Reihenhausbebauung zu realisieren. "Solche Baugeschäfte sind uns nach einstimmigen Stadtratsbeschluss aber ausdrücklich untersagt", betonte Will. Die neuen Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen sind für ein bis fünf Personen ausgelegt. "Ich bin überzeugt davon, dass sich hier die Chance bietet, Wohnstrukturen zu bauen für Mainzer, die sich kein Reihenhaus leisten können und zur Miete wohnen möchten", sagte Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) mit Blick auf junge Familien, aber auch generationenübergreifendes Wohnen.
Weiterhin befasste sich der Ausschuss mit Baugebieten in Gonsenheim und Hechtsheim: Einstimmig empfahl das Gremium für das Bauleitplanverfahren in Sachen Neubaugebiet "Westlich der Karlsbader Straße" (G127) die Vorlage in Planstufe I und II. Laut Günther Ingenthron vom Stadtplanungsamt entstehen 89 Reihenhäuser sowie vier größere Einzelgebäude. "Zu 80 Prozent ist das ein Reihenhausgebiet, lediglich vorne haben wir Geschosswohnungsbau", so der Stadtplanungsdirektor. Ebenfalls einstimmig votierte das Gremium dafür, den Bebauungsplanentwurf "Peter-Weyer-Straße" (He120) in Planstufe I vorzulegen und eine Veränderungssperre für dieses Gebiet zu erlassen. "Es ist wichtig, dass dort die Wohnstruktur erhalten bleibt, ohne dass in zweiter oder fast dritter Reihe Häuser aus dem Boden sprießen und die jetzige Struktur überhaupt nicht mehr wiederzuerkennen ist."

