Hinkel bleibt Sänger-Präsident
20.04.2010 - MAINZ
Von Michael Heinze
CHORVERBAND Delegierte bestätigen Führungscrew
Der Präsident des Rheinland-Pfälzischen Chorverbandes heißt auch in den kommenden drei Jahren Jürgen Hinkel. Beim Landesdelegiertentag im Finther Bürgerhaus wurde der 66-Jährige von den mehr als 50 Delegierten ebenso wie der Rest des Präsidiums einstimmig in seinem Amt bestätigt. Der gebürtige Finther fungiert bereits seit 1987 als Chef des Chorverbandes.
Hinkel lobte "das gute, faire und freundschaftliche Verhältnis" zwischen den Kreisen, Vorständen, Chorleitern und Sängern sowie den "sehr guten Informationsfluss". Gerade Gesangsvereinen falle "in einer Welt, in der das Gemeinschaftsgefühl verloren zu gehen droht", eine besondere gesellschaftspolitische Aufgabe zu. "Musikalische Kultur entsteht auch da, wo mit Hingabe und Leidenschaft geübt, gesungen und musiziert wird", sagte Hinkel.
"Die Chöre im Land sind - gerade weil sie ihre Darbietungen nicht nur an Perfektionismus orientieren - die Keimzellen der musikalischen Kultur in den Dörfern und Gemeinden. Sie sind es, die der wahren Freude an der Musik Ausdruck verleihen können." Die Freizeit und Energie, die die Sangesbrüder und -schwestern des Verbandes mit Probenarbeit und Aufführung, mit Notenverwaltung, Sponsorensuche und Nachwuchsarbeit verbrächten, sei nicht zu zählen. Durch ihr Engagement vermittelten sie Freude am Singen und hielten das Liedgut lebendig.
Fehlender Nachwuchs
bleibt Hauptproblem
Das größte Problem des Verbandes ist laut Hinkel nach wie vor der fehlende Nachwuchs. "Wir appellieren an all unsere Mitglieder, dass sie ihre Kinder und Enkelkinder zum Singen animieren", betonte Hinkel. "Trotzdem herrscht in vielen Chören nach wie vor ein großer Mangel an jungen Leuten." Der 66-Jährige rief die Jugend auf, "sich wieder da einzureihen, wo Gesang und Musik das Leben ein wenig lebenswerter machen". Auch wenn der Laienchorgesang "vielleicht nicht allzu sehr in Mode" sei, werde man auch in Zukunft "jede Gelegenheit nutzen, jüngeren Menschen klarzumachen, wie modern, wie multikulturell, wie verbindend und wie europäisch es sein kann, miteinander zu singen".
Musikalisch umrahmt wurde der Delegiertentag vom Arbeiter-Gesang-Verein "Freiheit" Finthen mit Chorleiterin Enéh Kostovski.

