Eine Chance für alle Bürger
26.03.2010 - MAINZ
Von Monika Nellessen
STADT DER WISSENSCHAFT Erfolg soll Lebensbedingungen der Mainzer verändern
"Mainz - leidenschaftlich wissenschaftlich" - so lautete der Slogan, mit dem sich die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt am Donnerstag in Berlin präsentierte. Schon jetzt gebe es eine "Stadtlandschaft voller Kreativität", war auf dem Titel des 25-seitigen Bewerbungspapiers zu lesen. Wissenschaft habe in Mainz schon in den vergangenen Jahren einen erheblichen "Push" erlebt - in diesem Schlagwort ist das Ziel des breiten Verständnisses von Wissenschaft und Forschung abgekürzt ("Public Unterstanding of Science and Humanities").
Der Wettbewerb "Stadt der Wissenschaft 2011" solle aber auch einen "Impuls für ein tiefergehendes Miteinander von Stadt und Wissenschaft" geben: statt "kurzfristiger spektakulärer Events" setzt die Mainzer Bewerbung ehrgeizig auf eine "nachhaltige Veränderung der Lebensbedingungen aller Teile der Bevölkerung".
Die Vision ist in einem zweiten Slogan formuliert: "Mainz 2030 - Stadt der Chancen. Stadt der Bürger" und ruht auf drei Säulen.
Chancengerechtigkeit
in der Bildung
Die Bildungschancen aller Kinder in Mainz sind zu verbessern, auch vor dem Hintergrund, dass 30 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund haben. Das entsprechende Ziel für 2030: Alle Jugendlichen haben einen Schulabschluss. Die Zahl der Kinder mit Sprachproblemen in Kitas sinkt von aktuell 900 auf Null. Dazu soll bis 2011 ein "Sprachenatlas" für Kindergarten-Kinder vorliegen. ZDF-Moderatorin Gundula Gause und Uni-Präsident Krausch verwiesen darüber hinaus auf zwei bereits vorhandene Projekte: Die Nachhilfe von Schott-Pensionären für Schüler und die Patenschaften von Gymnasiasten mit Migrationshintergrund für Grundschulkinder, die ihnen nacheifern wollen.
Ein weiteres, spielerisches Großprojekt in der Mainzer Bewerbung für 2011 dazu heißt "Die Welt ist bunt" und umfasst 50 Forscher-Abenteuer für Kinder und Heranwachsende zum Thema Farbe.
Dass Wissenschaft eigentlich alle angeht, will das Mainzer Konzept mit erlebbaren "Schauplätzen des Wissens" im Auszeichnungsjahr 2011 beweisen. So soll vom 11. Juli bis 15. August die Ausstellung "Spektrale" in der Rheingoldhalle erstrahlen und die wissenschaftlichen Dimensionen des Lichts beleuchten - im Wissenschaftszoo, der die Farbsignale giftiger Tiere verrät, auf dem "Parcours der Pigmente" farbiger Mineralien und in der "Kammer der Synästhesie", die dreidimensionale Wahrnehmungserlebnisse verheißt. Im Zollhafen wird sich unter dem Label "VINUMainz" die Wissenschaft des Weines präsentieren.
Arbeitswelten
der Zukunft
Für den Wissenschaftssommer, der zur Auszeichnung als Stadt der Wissenschaft gehört, sieht die Mainzer Bewerbung unter anderem eine Ideenwerkstatt mit Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft im Staatstheater zur Frage vor, wie Gesundheitswirtschaft in Mainz zur Zukunftsbranche werden könnte.
Bildhaft soll das Thema Gesundheitsprävention werden, wenn sich als Rekordversuch für das Guiness-Buch die längste Kette notfallmedizinisch ausgebildeten Kinder präsentiert.

