(mon). Einen "Super-Gau für Mainz" fürchtet Prof. Thomas Münzel angesichts einer Pressemeldung über die künftigen Flugrouten ab Frankfurter Flughafen. Der Herz-Spezialist ist ein Gegner des Flughafen-Ausbaus und sieht einen Zusammenhang zwischen Fluglärm und Herzerkrankungen in Mainz.
Laut Flugsicherung (DFS) soll mit Inbetriebnahme der Nordwest-Landebahn zum Winterflugplan 2011 die direkte Linie über den Taunus nur noch selten genutzt werden. Damit würden Hochheim und die Flörsheimer Stadtteile Weilbach und Wicker entlastet. Stattdessen nehmen abfliegende Maschinen aus Sicherheitsgründen eine Südroute über Nauheim, Ober-Olm, Lerchenberg, Drais, Finthen/Gonsenheim, Mombach in den Taunus, wie die Gesellschaft für humane Luftfahrt, ein Zusammenschluss von Ausbau-Gegnern, berichtet. Vorsitzender Friedrich Herzer: "Das ist eine glasklare Verlagerung von Fluglärm von Hessen ins benachbarte Bundesland, insbesondere nach Mainz".


Doppelbelastung
Noch einmal zur Verdeutlichung: Durch die geplanten Flugrouten würden ab 2011 nicht nur die Anflüge über Mainz auf die neue Landebahn bei einer Windrichtung, sondern auch die Abflüge bei der anderen Windichtung in Zukunft auf der TABUM-Nachtflugroute über Mainz und nicht mehr über Wiesbaden bzw. den Taunus geleitet werden. Sollte dies tatsächlich so kommen, würde es in Mainz an jedem Tag eine erhebliche Fluglärmbelastung geben, egal bei welcher Windrichtung. Diese Doppelbelastung kann nicht hingeommen werden, die Stadt sollte daher – falls es so kommt – auf jeden Fall gegen diese Flugroutenänderung klagen.