Betriebsbedingte Kündigungen bei MAG
23.02.2010 - MAINZ
Von Monika Nellessen
Bei der Mainzer Aufbaugesellschaft (MAG) gibt es erneut Unruhe. MAG-Geschäftsführer Lukas Augustin bestätigte am Montag auf AZ-Anfrage, dass fünf Mitarbeitern gekündigt wurde. Die betriebsbedingten Kündigungen seien "bedauerlich, aber im Rahmen des Zukunftskonzepts der MAG unausweichlich". Er werde "alles für eine gütliche Einigung tun".
Die betroffenen Mitarbeiter sind nach Augustins Angaben in der Abteilung Liegenschaften tätig. Nach dem Willen der Gesellschafter soll sich die MAG künftig aber ausschließlich auf Projektentwicklung konzentrieren. Nach AZ-Informationen ist die Mehrzahl der Betroffenen 14 Jahre und länger bei der MAG angestellt. Die Betroffenen haben unterschiedliche Qualifikationen - vom Hausmeister bis zum Buchhalter oder Facility Manager. Insgesamt hat die MAG rund 50 Beschäftigte, davon ist die Mehrzahl für die Parken in Mainz GmbH (PMG) tätig.
Auch frühere Hagen-Sekretärin
Dem Vernehmen nach gehört zu den gekündigten Mitarbeitern auch die frühere Sekretärin des ehemaligen Geschäftsführers Arnold Hagen, der nach seiner Vertragsauflösung in einem Schiedsverfahren eine Abfindung erreicht hatte (die AZ berichtete). Insider berichten, Hagen habe im Streit um seine Ablösung Oberbürgermeister Jens Beutel (SPD) vorgeworfen, als MAG-Aufsichtsratsvorsitzender Einfluss auf Vergabeverfahren genommen zu haben. In diesem Zusammenhang sind auch die Ermittlungsverfahren der Koblenzer Staatsanwaltschaft gegen den Saulheimer Unternehmer Daniel Löw und gegen den MAG-Projektleiter für die Hilton-Sanierung zu sehen.
Hagens frühere enge Mitarbeiterin ist nach AZ-Informationen - im Gegensatz zu den vier anderen Kollegen - mit sofortiger Wirkung freigestellt worden. Eine Bestätigung dafür war gestern weder von der Betroffenen noch vom Unternehmen zu erhalten. Auf AZ-Anfrage sagte Augustin, er werde sich nicht zu einzelnen Mitarbeitern äußern. Alle Kündigungen erfolgten "ausschließlich aus betriebsbedingten Gründen" und hätten nichts mit den Ermittlungsverfahren zu tun. Auch der MAG-Betriebsrat lehnte eine Stellungnahme ab.
Der Stadtrat hat vor wenigen Wochen eine Rettungsaktion für die MAG beschlossen. Um die städtische Beteiligung vor der Insolvenz zu retten, bringt die Kommune 11,9 Millionen Euro für eine Kapitalerhöhung der MAG auf. Weitere 2,1 Millionen Euro steuern die ortsansässigen Geldinstitute Sparkasse und Mainzer Volksbank als Gesellschafter bei. Weitere Anteilseigner der MAG sind die Banken SEB und LBBW.
Die Rettung erfolgte unter Auflagen: Zum Restrukturierungskonzept gehören der Verkauf von Hyatt und City-Hilton (Münsterstraße) möglichst 2010, eine höhere Pacht für das Hilton am Rhein nach Abschluss der Renovierung sowie Einsparungen bei der MAG.

