Von Kirsten Strasser
Soll die Feuerwache II doch nicht an die Ecke Rheinallee/Kaiser-Karl-Ring, sondern in die Zwerchallee? Fraktionschefs, Ortsvorsteher, Dezernenten reden eifrig drüber - "aber uns", sagt Stefan Diaz betrübt, "hat keiner gefragt." Diaz ist Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Mainz-Stadt, und deren Aktive sind entsetzt über den Vorstoß des Grünen-Fraktionschefs Beck, die neue Wache dort zu bauen, wo heute die verlassenen Notunterkünfte stehen. "Wir sind wie vor den Kopf gestoßen."
Zum Hintergrund: Die Freiwillige Feuerwehr Stadt hat ihr Gerätehaus in der Neubrunnenstraße, doch das ist viel zu klein. Seit Jahren leben die Wehrmänner mit einer Notlösung - die Hälfte ihrer Fahrzeuge sind in der Feuerwache am Barbarossaring untergestellt. "Wenn bei größeren Einsätzen die Fahrzeuge benötigt werden, muss ein Teil unserer Mannschaft erst zum Barbarossaring fahren und sie holen", erklärt Diaz. Auch die Jugendarbeit und die Ausbildung finde unter erschwerten Bedingungen statt.
Die Lösung der Probleme ist in Sicht: Die Wache im Barbarossaring muss abgerissen werden, und im Neubau soll nicht nur Platz für die Berufsfeuerwehr, sondern auch für die Freiwillige Wehr Stadt sein. Mit dem Standort Rheinallee/Kaiser-Karl-Ring waren die ehrenamtlichen Wehrleute vollauf zufrieden. "Die Lage ist ideal, viele unserer Leute können mit dem Fahrrad zur Wache fahren - und wir sind von dort aus schnell an jedem Einsatzort." Die Freiwillige Wehr deckt Altstadt, Neustadt, Oberstadt und einen kleinen Zipfel von HaMü ab. "Wir sind für einen Bereich mit 70.000 Menschen zuständig", sagt Diaz.
Zwerchallee zu weit weg?
Meist rücken die "Freiwilligen" zusätzlich zur Berufsfeuerwehr aus - "dann kommt es auf ein, zwei Minuten nicht an", sagt Diaz. Doch was, wenn die Berufsfeuerwehr bereits einen Großeinsatz hat - und die Freiwillige Wehr als erste zu einem brennenden Wohnhaus fahren muss? "Dann zählt jede Sekunde", betont Diaz - und genau hier sieht er den größten Nachteil des Standorts Zwerchallee. "Der liegt weit weg, ist verkehrstechnisch nicht einfach zu erreichen." Wertvolle Zeit ginge zwischen Alarmierung und Eintreffen am Einsatzort verloren. "Und wenn dann noch die Hafenbahn fährt... die ist eine Riesengefährdung, die einen Einsatz zunichte machen kann."
Diaz hofft, dass die Einwände der Feuerwehrleute, der "Praktiker", ernst genommen werden - und dass die Standortdiskussion den "dringend notwendigen" Neubau der Wache nicht verzögert. "Das", sagt Diaz, "würde sich sehr demotivierend auf die vielen ehrenamtlichen Helfer auswirken."


Was hatte Beck nochmal geagt?
Ach ja der Vorschlag wurde ihm durch seine sehr guten Kontakte zu Feuerwehrleuten zugetragen.
Was sollte er draus lernen?!
Man sollte sich vielleicht vorher schlau machen bevor man mit solch einem Vorschlag vorstößt.
Mit dem Kommentar der Freiwilligen Wehr hat er sich lächerlich gemacht, aber solche unüberlegten Schnellschüße kennt man ja von den Grünen...