Von Katja Rietze
Internet, Netzkultur, Datenschutz, Rechte und Pflichten im Netz und natürlich die dazugehörige Technik. Private wie professionelle Internetnutzer haben darüber am Wochenende beim ersten Mainzer Barcamp diskutiert. "Ein Barcamp ist eine Diskussionsplattform, die genauso offen, divers und demokratisch ist wie das Internet selbst", sagt Reto Kiefer, einer der Initiatoren des Barcamps im Institut für Informatik der Uni Mainz. Jeder Teilnehmer kann Themen und Programm mitgestalten. Wer ein Thema diskutieren will oder sich zu bestimmten Aspekten des Internets gut auskennt, kann eine Diskussionsrunde, eine Session, anbieten. Ob sie stattfindet, entscheiden die Teilnehmer durch Abstimmung.
"Es geht darum, die wachsende Internetgemeinde in Deutschland zu bündeln, ihr eine Stimme zu geben", sagt Darren Cooper, der zusammen mit Reto Kiefer die Idee zu einer solchen Veranstaltung in Mainz hatte. "Die Community ist vor allem in München und Berlin sehr aktiv. Für uns ist es wichtig, einen Treffpunkt im Rhein-Main-Gebiet zu schaffen."
Mit Laptops, internetfähigen Handys und jeder Menge Fachwissen zu Inhalten, Hintergründen und Technik trafen sich deshalb schon am Samstag mehr als 200 Interessierte an der Uni. Mit dabei waren auf Internetrechte spezialisierte Anwälte, junge Unternehmer aus der Branche, Grafikdesigner, Informatiker oder Webentwickler. Verpflegung und technische Ausrüstung mit kabellosen Internetverbindung dank vieler Sponsoren inklusive. Beworben und diskutiert wurden die Themen der Sessions vorab und auch während des Barcamps über die Internetplattform Twitter.com, kenntlich gemacht mit dem Hashtag #bcmz.
Soziale Netzwerke, Zensur und Netzpolitik sowie die unterschiedlichen Aspekte des mobilen Internets auf dem Handy, diese Themen beschäftigten die Internet-Community beim Barcamp am meisten. Die meisten Interessenten fanden Sessions zum Computerstrafrecht, zu rechtlichen Fragen im Web 2.0, zur Relevanz der unterschiedlichen Angebote im Netz, zur Nutzbarkeit und zu technischen Innovationen. Auch die Allgemeine Zeitung, die das Barcamp unterstützte, war mit einer Session vertreten. Das Thema: Evolution von Print zu Online.

