Von Julie-Anne Breidenbach
Autoplaketten, Sonnenkollektoren und Ökostrom. Wir haben alle schon davon gehört: Das Klima verändert sich. Ständig. Die Gründe hierfür sind zahlreich. Aber wie groß ist der tatsächliche Einfluss des Menschen? Und was sagt uns die Klimageschichte angesichts steigender Konzentrationen von Treibhausgasen über die Klimazukunft der Erde?
Zum 10. Vortrag der Klimazeitreise war der Ketteler-Saal des Erbacher Hofs wieder vollständig gefüllt. Zum Thema „Zurück in die Zukunft: Klimageschichte und Klimaprojektionen“ richtete Dr. Thomas Schneider von Deimling den Blick zunächst in die Vergangenheit. „Die Klimageschichte ist von größter Bedeutung um Aussagen über die Zukunft treffen zu können“, erklärt Schneider von Deimling vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Veränderungen des Kohlendioxid-Gehalts der Erdatmosphäre. Bis 800 Jahrtausende zurück können Experten Aussagen darüber treffen. Auch Themen wie der der Verlauf der Eiszeiten und Temperaturschwankungen gehören zur Geschichte der Erde und müssten Beachtung finden.
Fest steht: Die Erde erwärmt sich. Besonders deutlich wird dies seit den 70er Jahren. Seit Beginn der Messung 1880 war die globale Durchschnittstemperatur noch nie so hoch wie in den letzten 10 bis 12 Jahren. Die Erderwärmung ist ungewöhnlich, nicht nur ihre Intensität, sondern vor allem ihre Geschwindigkeit.
Was passiert, wenn nichts passiert? Wenn das Ziel der Vereinten Nationen bis 2050 den Ausstoß an Treibhausgasen zu halbieren Utopie bleibt? Wenn die weltweite Senkung der Kohlendioxid-Emissionen nicht realisiert werden kann?
Die Folgen wären verheerend, so Schneider von Deimling. In Regionen wie dem indischen Subkontinent könnte der Monsun in einigen Jahren ausbleiben. Und das arktische Meereis, welches bereits heute einen dramatischen Rückgang zu verzeichnen hat, könnte in den nächsten Jahrzehnten im Sommer regelmäßig komplett abschmelzen.
Dr. Schneider von Deimling erinnert auch an die Länder, die von den Auswirkungen des Klimawandels am meisten negativ betroffen sind. Dies sind nämlich genau die Länder, die am wenigsten dazu beitragen.
Zwei Vorträge werden vom Forschungszentrum Geocycles und dem Max-Planck-Institut für Chemie noch zu besuchen sein.

