Von Andreas Schröder
Am 16. Oktober war Welthungertag. Gut eine Woche später, am Samstagvormittag, sorgte der Mainzer Aktionskreis der Hilfsorganisation Care mit einer einzigartigen Aktion dafür, dass der Hunger in der Welt nicht sofort wieder in Vergessenheit gerät. Die Aktivisten kochten mit Unterstützung des Mainzer Eventkochs und AZ-Wochenmarktbeobachters Ralph E. Schüller eine 12,19 Meter lange Ravioli, die gegen eine kleine Spende an die Besucher des Wochenmarktes verteilt wurde.
Hungerleidende durch Wirtschaftskrise besonders betroffen
"Hunger" heißt das Schwerpunktthema von Care im Jahr 2009. Im Kontext der Wirtschaftskrise erhalte es eine völlig neue Bedeutung, sagte Hans-Josef Schmitz vom Mainzer Aktionskreis. Gut eine Milliarde Menschen könne sich auf dem in Deutschland üblichen Niveau ernähren, dem Rest der Weltbevölkerung sei das nicht möglich. Gerade diese Menschen treffe die Wirtschaftkrise besonders hart, so Schmitz. Verschärft werde die Situation durch Dürren und andere Umwelteinflüsse, wie zurzeit in Ostafrika. Dorthin fließen auch die am Samstag eingenommenen Spenden.
Für Schmitz ist der Kampf gegen den Hunger daher keine bloße Frage der Nächstenliebe – obwohl dieser Aspekt auch eine große Rolle spiele. Die Ernährungsfrage habe ein gewaltiges Konfliktpotential. Es sei daher im Interesse der westlichen Industrienationen, sich ihr anzunehmen. "Es ist unvorstellbar, dass das sonst gut geht", warnt Schmitz.
Der Schwerpunkt von Care liege bei der Arbeit vor Ort. Darüber hinaus werbe man dafür, bei in und für Deutschland getroffenen Entscheidungen auch die Konsequenzen für den Rest der Welt zu berücksichtigen. Beispiele hierfür seien die umstrittenen Biokraftstoffe und das so genannte Agrardumping.
Ernährungssituation in Europa und dritter Welt klafft weit auseinander
"Wir wollten etwas mit Essen machen" resümierte Schmitz die Ideengeschichte der Riesenravioli. Es gehe dabei darum, die Ambivalenz zwischen der Ernährungssituation in Europa und in der dritten Welt darzustellen. Für Eventkoch Schüller ist die Ravioli ein Symbol dafür, was man mit wenigen Zutaten alles erreichen kann. Nur sechs Kilo Mehl, 50 Eigelb, zweieinhalb Liter Wasser und etwas Öl benötigt er für den Teig der 12,19 Meter langen Nudel.


Schön...
...,dass die CARE Aktion so eine gute Berichterstattung in Ihrer Zeitung bekommt. Sonst hat man immer den Eindruck, CARE gehöre zur zweiten Garde der Hilfsorganisationen in Europa.
Aber warum schreiben in Deutschland alle Zeitungen Care anstelle von CARE? CARE ist ein Akronym und steht für "Cooperative for American Remittances to Europe". Sie würde ja auch nicht Usa oder Osze schreiben?
Oder will man gar ausblenden, dass CARE einst zum Wohle der Europäer gegründet wurde?