Von Dennis Rink
Samstag, 20.30 Uhr. Ein ganzes Zelt steht kopf. Ob im Dirndl, mit Trachtenhose oder in Zivil – die Besucher tanzen auf den Bänken, singen lautstark mit und verwandeln das Festzelt auf dem Hechtsheimer Messegelände in eine Stimmungshochburg. Das erste Wochenende des diesjährigen Oktoberfestes war für die Veranstalter ein voller Erfolg. „Das war das beste erste Wochenende, das wir in all den Jahren hatten“, sagte Festwirt Manfred Wappel. „Wenn es so weitergeht, sind wir auf dem besten Weg, unser Ziel von 50.000 Besuchern zu erreichen. Das war im Vorfeld ja nicht unbedingt zu erwarten.“
Doch die Erwartungen der Verantwortlichen wurden deutlich übertroffen. An allen drei Abenden platzte das Zelt aus allen Nähten. Die Kellnerinnen mussten Schwerstarbeit verrichten, trugen eine Maß, eine Haxe nach der anderen durch die voll besetzten Reihen.
“Müssen uns vor München nicht verstecken“
„Dieses Fest ist einfach Kult. Als Mainzer muss man hier gewesen sein“, sagte Thomas Baier mit heiserer Stimme. Der Gonsenheimer hatte sich zusammen mit seiner Freundin schon frühzeitig zwei Karten reserviert, um das Oktoberfest nicht zu verpassen. „Die Stimmung in diesem Zelt ist gigantisch. Vor München müssen wir uns mit Sicherheit nicht verstecken.“
Während Thomas Baier schon Stammgast auf dem Messegelände ist, war Giesela Schmidt zum ersten Mal auf dem Oktoberfest. „Wir haben den Tipp von einem Bekannten bekommen. Ich hätte nicht gedacht, dass die Stimmung hier so gut ist. Ein tolles Erlebnis“, sagte die 48-Jährige. Doch nicht nur im Zelt war die Stimmung gut, sondern auch außerhalb. „Wir haben keine einzige Schlägerei zu verzeichnen. Es war alles friedlich. Die Mainzer haben bewiesen, dass sie ein Partyvolk sind“, freute sich Manfred Wappel über ein „rundum gelungenes Wochenende“.
Schausteller leiden unter schlechtem Wetter
Einzig die Schausteller vor dem Zelt litten unter dem schlechten Wetter und blickten meist auf ihre still stehenden Fahrgeschäfte, während die Stimmung im Zelt sogar draußen zu hören war. Ob die „Störzelbacher“, die „Burggrumbacher“ oder die „Edelweiß Spitzbuam“ – alle Bands brachten mit ihrem Mix aus Schlagerhits, Evergreens und aktuellen Partyliedern sowie ihrem typisch bayrischen Akzent das Festzelt zum Beben.
„Jetzt sammeln wir uns kurz und stürzen uns dann in die nächsten Tage“, blickte Manfred Wappel voraus. „Denn wenn wir bis Mittwoch ein volles Zelt haben, können wir die 50000 wirklich knacken“

