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MAINZ 

„Probebohrung“ vor Alter Uni - Castor-Attrappe zieht durch Mainz

11.09.2009 - MAINZ

Von Andreas Schröder

Ein Castor rollt durch Mainz: Mit dieser Schreckensvision wollte das Internet-Netzwerk campact auf die ungelöste Frage der Endlagerung atomarer Abfallprodukte aufmerksam machen und auf die Parteien einwirken, dem Atomausstieg auch nach der Bundestagswahl treu zu bleiben. Die Aktion am Freitagnachmittag fand ihm Rahmen einer bundesweiten Atom-Tour statt.

Los ging es mit der „Endlagersuche“ um 14 Uhr am Hauptbahnhof. Von dort aus zogen die Aktivisten mit ihrer originalgetreuen Castor-Attrappe die Große Bleiche hinunter bis vor die Alte Universität. Ungefähr 100 Demonstranten beteiligten sich an dem Zug, zählte die zur Verkehrssicherung abgestellte Polizei. Rund 200 Mainzer verfolgten dann die symbolische Probebohrung vor dem Domus Universitatis mit anschließender Podiumsdiskussion, schätzte Organisator Christoph Bautz, Geschäftsführer von campact. „Wir stehen mit der Bundestagswahl vor einer Richtungsentscheidung“, sagte Bautz in Bezug auf den Atomausstieg.

Angst vor schwarz-gelbem Ausstieg aus dem Ausstieg

Auf Seiten der Atomgegner fürchte man, dass eine schwarz-gelbe Koalition den „Ausstieg aus dem Ausstieg“ bedeute. Man wolle aber auch auf die anderen Parteien Druck ausüben: „Nach der Wahl kommt es darauf an, dass es in den Koalitionsverhandlungen keinen Kuhhandel gibt.“ Die Stromlücke durch den Atomausstieg, die immer beschworen werde, sei „eine Stromlüge“, sagte Tabea Rößner, Bundestagskandidatin der Grünen in Mainz, in der Diskussionsrunde. Der Bau des Kohlekraftwerks auf der Ingelheimer Aue werde damit begründet. Atomkraft liefere nur 2,5 Prozent des Stroms. Dies könne leicht durch erneuerbare Energien ausgeglichen werden.

Landtagsabgeordneter Gerd Schreiner (CDU) und David Dietz, der die FDP im Stadtrat vertritt, sprachen sich für eine schnelle Lösung des Endlagerproblems aus. Karl Voßkühler, Direktkandidat der Linken, forderte einen sofortigen Atomausstieg.

Vor der Alten Universität simulierten die campact-Aktiven eine Probebohrung.

Vor der Alten Universität simulierten die campact-Aktiven eine Probebohrung. Foto: hbz/ Stefan Sämmer
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12.09.2009 Dieser Kommentator ist bei uns nicht registriert.

Toll!

Eine gelunge Aktion hat Campact da auf die Beine gestellt! Wohin mit dem Atommüll? Nun, da wird schon lange drüber geredet. Zuerst muß die Produktion von weiteren Müll in den AKW stoppen.
Unerträglich fand ich die Diskussion im Anschluss. Da erlebt man CDU und FDP Politiker nach all den Skandalen um die ASSE und Gorleben ganz plötzlich sehr differenzierend und vorsichtig Argumentierent. Da kann man Ihnen nur Verlogenheit vorwerfen! Welche Parteien fordern denn seit Monaten den Ausstieg aus dem Atomaustieg?
Weil man so das Klima rettet (da verweist Frau Rößner zu Recht auf die 2,5%tige Bedeutung der Atomkraft Weltweit) ?!
Weil Gorleben doch sicher ist und es schon soo viel gekostet hat? (Wer blockiert denn seit Jahren die ausgedehnte Suche nach geeigneten Standorten für den Müll, weil er sich manische ganz auf einen Standort fixiert?)!
ALSO: Campact such bitte weiter nach einem Möglichen Lager in deutschen Innenstädten, irgendwo muß das Zeug schliesslich hin...

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