(red). Aus Protest gegen das in Mainz geplante Kohlekraftwerk sind am Montag 16 Menschen auf das Baugelände auf der Ingelheimer Aue vorgedrungen. Sie hatten ein Windrad aufgestellt und entfalteten Transparente.
Die hinzu gerufene Polizei nahm mit den Demonstranten und der Geschäftsleitung des Kraftwerksbetreibers Kontakt auf. Es wurde vereinbart, dass die Demonstranten zunächst auf dem Gelände verbleiben dürfen und dann das Gelände gegen 10.30 Uhr verlassen. Die Polizei stellte die Personalien der Personen fest, da sich der Kraftwerksbetreiber eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs vorbehalten hat. Die Demonstranten verließen dann wie vereinbart gegen 10.30 Uhr das Gelände.
Da keine Arbeiten liefen, die sie behindern könnten, handele es sich um eine „symbolische Aktion“. Die beiderseits des Rheins heftig umstrittene Anlage mit einer Leistung von 820 Megawatt soll nach der Fertigstellung im Jahr 2013/2014 Strom und Fernwärme erzeugen.


Eine Erwiderung zu dem Kommentar „Kohleheizkraftwerk“
Eine Studie des Bundesverbandes Erneuerbare Energien kommt zu dem Ergebnis, dass – die derzeitigen politischen Rahmenbedingungen der Bundesregierung im Bereich Energie zugrunde gelegt – ein weiterer Neubau von konventionellen Kraftwerken nicht erforderlich ist. Der Studie zufolge reichen die konventionellen Wärmekraftwerke, die bis Mitte 2008 bereits im Bau waren, aus, um die Stromversorgung in Deutschland zu gewährleisten. Und zwar auch dann, wenn die im Monitoringbericht 2008 der Bundesnetzagentur aufgeführten geplanten Außerbetriebnahmen bis 2020 mit einkalkuliert werden.
Das Argument der CO2-Einsparung ist (nicht nur) vor diesem Hintergrund hinfällig.
Das wir in Deutschland das Klima nicht alleine retten können, lässt sich nicht bestreiten, aber das ist kein Argument dafür, einfach alle Bemühungen einzustellen. Dass man alleine nichts erreichen kann, war zu allen Zeiten ein schlechtes Argument von den Feigen und Mutlosen dieser Erde. Wer nicht kämpft, hat schon verloren! Und wenn es nicht Länder und Menschen gibt, die sich für den Ausbau erneuerbarer Energien und für mehr Energieeffizienz einsetzen und konkret daran arbeiten, dann wird sich nie etwas ändern.
Zu dem Argument der Stromversorgung in Ländern des Südens: sicher ist es wünschenswert, dass alle Menschen die gleichen Zugangsmöglichkeiten zu Energieversorgung haben. Aber zeigt nicht die Tatsache, dass genau das in vielen Ländern nicht gewährleistet ist, dass mit der Energieerzeugung und -verteilung, so wie sie heute funktioniert, etwas nicht stimmt? Kohle, Gas und Uran gibt es nur in relativ wenigen Teilen der Welt, erneuerbare Energien in unterschiedlicher Zusammensetzung gibt es aber überall. Manche Länder müssen heute bis zu 80% ihrer Devisenreserven für Energieimporte ausgeben – Geld, das für Bildung und Gesundheitsversorgung fehlt. Erneuerbare Energien sind meist dezentral. Man kann zum Beispiel Wind- und Solaranlagen für einzelne Dörfer oder Betriebe montieren. So werden viele zu Energieerzeugern und es sind nicht nur ein paar wenige Reiche, die davon profitieren. Gerade in strukturschwachen Regionen sowohl bei uns als auch in anderen Teilen der Welt bieten erneuerbare Energien eine große Chance für Gemeinden und ihre Bürgerinnen.
An erneuerbaren Energien führt kein Weg vorbei – und wir alle sollten endlich aufhören zu reden und zusehen, dass wir den Weg nehmen, der uns am schnellsten zu ihnen führt!