Von Michael Heinze
Medinetz Mainz und Soziales Marienborn mit Helmut-Simon-Preis geehrt
MAINZ. Medinetz Mainz ist Träger des Helmut-Simon-Preises gegen Armut und soziale Ausgrenzung der Diakonie in Rheinland-Pfalz. Ministerpräsident Kurt Beck überreichte gestern Abend die Urkunde an Jakov Gather, Vorstandsmitglied der seit 2005 bestehenden Initiative.
Obendrein durfte sich der Verein, dessen Ziel es ist, Menschen in Mainz und Umgebung zu unterstützen, die sich ohne Papiere und damit illegal in Deutschland aufhalten und medizinische Hilfe brauchen, über 4000 Euro freuen. "Wir sind sehr stolz", sagte Medinetz-Vorstandsmitglied Hannah Windeln beim Festakt im Wappensaal des Landtages. "Zum einen ist das eine Ehre und Anerkennung, zum anderen können wir das Geld gut gebrauchen." Nicht zuletzt handele es sich um eine "sehr öffentlichkeitswirksame" Geschichte mit hohem Werbeeffekt. "Wir hoffen, dass wir auch die Politik erreichen."
Der mit 3000 Euro dotierte zweite Preis ging an die Westerwald Tafel, der mit 2000 Euro dotierte dritte Preis an die ökumenische Initiative "Soziales Marienborn", deren Botschaft lautet: "Raus aus der Beziheungslosigkeit." Laut dem Marienborner Pfarrer Harald Jaensch bedeutet die Auszeichnung "eine Bestätigung für die Qualität unserer Arbeit im Centrum der Begegnung". Sinn und Zweck sei es, Menschen zu unterstützen, die tragende Beziehungssysteme verlassen haben. "Ich freue mich sehr, dass wir bereits mit der Stadt zusammen unterwegs sind und auch eine wissenschaftliche Grundlage für das haben, was Armut und Ausgrenzung bedeutet. Wir haben eine Infrastruktur geschaffen, die ideal ist, um Präventivmaßnahmen einzuleiten." Der Stadt biete sich nun "die Riesenchance, sich mit Unterstützungen einzufädeln". Angedacht sei, mit dem Preisgeld ein "öffentliches Wohnzimmer" einzurichten. Zwei mit je 500 Euro dotierte Sonderpreise erhielten das Stadtteilbüro Wormser Süden und der Bücherflohmarkt der Eremitage Bretzenheim bei Bad Kreuznach.
Ministerpräsident Beck betonte, er sehe den Preis "als ein Zeichen gegen die Stigmatisierung und Ausgrenzung von Menschen, die aufgrund von Armut oder sozialer Notlage am Rande der Gesellschaft leben". Insgesamt musste die Jury aus 28 Einsendungen auswählen.

