Nach Schlägen bei Festnahme in Mainz: Verfahren gegen Polizisten eingestellt
29.03.2012 - MAINZ
Von Frank Schmidt-Wyk
Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen den Mainzer Polizeibeamten, der im Oktober 2011 im Bleichenviertel bei der Festnahme eines psychisch Kranken auf den am Boden liegenden Mann eingeschlagen hatte, eingestellt. Das teilte der Mainzer Leitende Oberstaatsanwalt Klaus-Peter Mieth am Mittwoch auf Anfrage mit. Ein Passant hatte den Vorfall im Bleichenviertel damals mit dem Handy gefilmt.
Laut Mieth hatte sich der psychisch Kranke gegen seine Einweisung in die Psychiatrie zur Wehr gesetzt und auch den eigenen Vater angegriffen. Polizisten und Ordnungsbeamte mussten den Mann dann zu Boden bringen, aber er wehrte sich, als man ihm Handschellen anlegen wollte.
Daraufhin habe der Polizist von der antrainierten Methode Gebrauch gemacht, mit bestimmten Schlägen die Muskulatur zu lockern und so den Widerstand zu überwinden. Ein rechtsmedizinisches Gutachten bescheinige, dass diese Schläge nicht heftig gewesen seien. „Das Geschehen mag zwar erschreckend gewirkt haben, gleichwohl war das Verhalten des Beamten gerechtfertigt“, erklärte Mieth.


