170 Unerschrockene im Rhein: Mainzer Abschwimmen der Rettungskräfte
01.01.2012 - MAINZ
Von Joe Ludwig
Mit einem lauten Knall endeten am 31. Dezember 2011 um 10.27 Uhr die letzte Amtshandlung von Oberbürgermeister Jens Beutel. Mit einer Starterpistole schickte er vom Oberdeck des gemeinsamen Löschboots der Feuerwehren von Mainz und Wiesbaden aus in seiner 14 Jahre lang ausgeübten Eigenschaft als Schirmherr des traditionellen Silvesterschwimmens 170 Taucher in den Rhein und sich selbst in den Ruhestand.
Gebührend von der Feuerwehr verabschiedet und von guten Wünschen begleitet. Zwei Jahre lang war er auch Brandschutzdezernent der Stadt. Bei der dem Schwimmen angeschlossenen Begegnung im Foyer des Rathauses bedankte sich der stellvertretende Amtsleiter, Oberbrandrat Björn Patzke, vor vielen Gästen und Behördenvertretern bei Jens Beutel für gute Zusammenarbeit, und machte ihm eine vergoldete Schwimmflosse zum Abschieds- und Erinnerungsgeschenk. Den Dankesworten schloss sich auch der Gonsenheimer Wehrführer Stephan Scheer als Obmann und Sprecher der Freiwilligen Feuerwehren an. Der Gesangverein „Elektro“ brachte dem Geehrten zu dessen Überraschung ein Ständchen und ernannte ihn zum Ehrenmitglied.
Der Wiesbadener Feuerwehrchef Harald Hagen, der seine Taucher wieder nach Mainz begleitet hatte, sprach in der Runde gar von historischen Momenten. Der scheidende OB lobte nicht nur den guten Áusbildungsstand der Mainzer Wehr, ihre ständige Bereitschaft im Interesse der Sicherheit, sowie das gute Zusammenwirken aller Hilfsdienste. Er erklärte: „Weil ich das Engagement der Wehrleute stets bewunderte, sehe ich es als eine gut Fügung an, dass das heutige Abschwimmen mit meinem Abschied zusammen fällt“.
Immerhin 7 Grad im Wasser und 5,5 Grad Außentemperatur
Das erwähnte, gute Zusammenwirken kam bei dem Treffen überzeugend zum Ausdruck. Tauchern der Polizei, der DLRG, vom Technischen Hilfswerk, von Werks- und Freiwilligen Feuerwehren, ja sogar von der Mainzer Jugendfeuerwehr, hatten sich Frauen und Männer aus der Pfalz, vom Main und von privaten Clubs angeschlossen. Nur beim Silvesterschwimmen vor der Jahrtausendwende gab es eine größere Beteiligung als beim jetzigen, 41. Treffen. Trotz regnerischem Wetter kamen viele Zaungäste zum Fischtorufer. Auch unter den aktiven Teilnehmern dachte niemand an Verzicht. „Wer jetzt im Rhein schwimmen will, ist hart gesotten“, hieß es allenthalben. Immerhin war das Wasser über 7 Grad „warm“ bei 5,5 Grad Außentemperatur.
Die Weisenauer Feuerwehr hatte wieder für wärmende Getränke und Imbiss gesorgt. Als wohl ältester Teilnehmer erfüllte sich der von 1980 bis 1996 amtierende Feuerwehrchef Gotthard Passet zum kürzlich begangenen 75. Geburtstag einen Wunsch. Er war auch für die Erweiterung des Teilnehmerfeldes über die Stadtgrenzen hinaus eingetreten, und initiierte seinerzeit die Sammlungen innerhalb der Veranstaltungen für einen guten Zweck. Diesmal kam die Aktion einschließlich des Erlöses aus dem Verpflegungsverkauf dem Nachbarschaftshilfeverein „Meenzer Leisetreter“ zugute. Nach einem Segensgebet von Pfarrerin Marloth Claaß wurde eingeschifft zum Start auf die Schwimmstrecke zum Feldbergtor.

