Neuer Mainz-Krimi von Peter Jackob vorgestellt
02.12.2011 - MAINZ
Von Marius Meiß
Kommissar Jaques Bekker, genannt „Schack“, ist wieder da. Das Mainzer Original, das die Krimibühne vor zwei Jahren mit „Narrenmord“ aus der Feder Peter Jackobs betrat. Am Montag stellten Autor und Leinpfad Verlag den Roman „Das Leben ist kein Tanzlokal“ im Lokal Hintz&Kuntz bei einer Lesung vor.
Dabei war die Wahl des Veranstaltungsortes einer besonderen Bedeutung gefolgt. Die Familie Jackobs hatte, wie der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler berichtete, genau an diesem Platz residiert. Deshalb kenne er die Altstadt ganz genau, weil er eben seine Kindheit dort verbrachte: „Zwischen Gutenbergmuseum und Ostchor, der uns als Fußballtor diente.“
Im neuen Bekker-Roman ist der Oberkommissar gereift und steht kurz vor seiner Beförderung zum Hauptkommissar, die ihm seine etwas rauen Umgangsformen bis dato immer verhagelt hatten. Er trinkt weniger, ist ruhiger geworden, aber „Sie werden ihn wiedererkennen“, wie Verlegerin Angelika Schulz-Parthu die zahlreichen Gäste versicherte.
Im Roman ist Winter, die „Gummiwoch“ zwischen Weihnachten und Neujahr gerade vorbei, und es war am Montag ein passender Zufall, dass wie zu Beginn des Romans Nebelschwaden die Sicht auf den Dom nur durch trübe Suppe zuließen. Im nasskalten Mainz entspinnt sich ein seltsamer Fall. Zunächst finden Bekker und sein Freund Werner Niesberg, der Polizeifotograf, ermordete Tiere, die wie bei einem Ritualmord aufgebahrt wurden. Grübelnd kehrt der Kommissar an den Tatort zurück und findet einen Toten: „Wie ein Wettergickel“ sitzt der auf dem Dachfirst des Rheinschifferhauses am Winterhafen. Zusammen mit Niesberg und seiner Kollegin Erna Dunst, die auch wieder mit von der Partie ist, versucht sich Bekker an der Aufklärung des Verbrechens.
Jackob schafft es in seinem zweiten Mainzer Krimi, den Leser auf eine spannende Reise durch die Stadt mitzunehmen. Ohne Klamaukverdacht zu erwecken blickt er mit Witz und Ironie auf seine Heimatstadt und greift manche lokale Besonderheit auf. Der unliebsame Partner der Kollegin: „E Wissbadener Trockebrötche“. Der Dom: Wacht „wie ein steinerner Schäfer über seine Häuserherde“. Dennoch legt Jackob einen Roman vor, der auch ernste Themen nicht scheut - die Ehe- und Liebeskrisen, das Älterwerden - und so einige neue Leser für den Regionalkrimi hinzugewinnen könnte.

