Hausaufgaben für Politiker
19.11.2011 - MAINZ
Von Julia Sloboda
KINDERRECHTE Bundestagsabgeordneter stellt sich im Schlossgymnasium Fragen
„Was tun Sie persönlich für die Kinderrechte?“ oder „Spenden Sie eigentlich auch privat für Unicef?“.
Die Fragen, die die Schüler des Schlossgymnasiums an Michael Hartmann richteten, hatten es in sich. Schließlich konnten sich die Sechstklässler einige Wochen im Ethikunterricht von Lehrer Daniel Kreußer mit dem Thema „UN-Kinderrechte“ beschäftigen. Initiiert wurde das Projekt vom Kinderhilfswerk Unicef zum „Tag der Kinderrechte“ am 20. November.
Jetzt stand sogar ein leibhaftiger Bundestagsabgeordneter vor ihnen, um sich ihren Forderungen und Fragen zu stellen. Zuvor hatten die Schüler alle zehn Grundrechte, die in der UN-Kinderrechtkonvention verankert sind, vorgestellt. Auf Plakaten und in Kurzvorträgen informierten sie über das Recht auf Spiel und Freizeit, auf Bildung. „Die Kinder gehen arbeiten, anstatt in die Schule“, erklärte die elfjährige Hanau. Ihre aufgeschriebenen Forderungen gaben die Gymnasiasten Hartmann mit nach Berlin. „Das sind jetzt meine Hausaufgaben von euch“, sagte der SPD-Politiker.
Auch für ein Treffen mit älteren Schülern nahm sich der Abgeordnete noch Zeit. Dabei traf er unter anderem auf Wirtschafts- und Außenminister sowie den Oppositionsführer und die vorsitzende Richterin des Projekts „Schule als Staat“, das im Juni im Schlossgymnasium stattgefunden hatte. „Euer Projekt fand ich sehr authentisch. Es gab nur einen Unterschied zur richtigen Politik. Ihr wart viel offener“, sagte Hartmann.
Neben der Analyse des Projekts diskutierten die Schüler mit ihm über aktuelle politische Fragen, wie ein mögliches NPD-Verbotsverfahren oder die Griechenland-Rettung. „Eigentlich müsstet ihr jeden Tag durchs Brandenburger Tor marschieren und demonstrieren. Die Schulden, die gemacht werden, gehen auf eure Kosten“, gab Hartmann den Schülern mit auf den Weg.

