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Mainz 

Hunderte Helfer stehen für Ernstfall parat

29.09.2011 - MAINZ

Von Kirsten Strasser

ZIVIL- UND KATASTROPHENSCHUTZ 50-jähriges Bestehen wird mit Fest und Aktionen auf Gutenbergplatz gefeiert

Im Grunde begann alles mit der Anschaffung einer Schreibmaschine. Die brauchte im Jahre 1961 der außerplanmäßige Stadtinspektor Werner Busch (später auch bekannt als rühriger Ortsvorsteher Lerchenberg), um Briefe zu schreiben und Akten anzulegen für den neuen Luftschutzhilfsdienst. Wichtigste Aufgabe war es, freiwillige Helferinnen und Helfer zu gewinnen für diesen Dienst mitten im Kalten Krieg. „Das soll sehr mühsam gewesen sein“, sagt der heutige Leiter des städtischen Rechts- und Ordnungsamts, Heinz Goldmann. Doch es gelang - und schon damals stützte sich der Luftschutzhilfsdienst, aus dem sich später der Zivil- und Katastrophenschutz entwickelte, auf das Engagement vieler Ehrenamtlicher.

Und das ist heute, 50 Jahre später, immer noch so. Hunderte Menschen arbeiten mit beim Mainzer Katastrophenschutz, wenn auch meist nicht unmittelbar. Sie sind Helfer bei Feuerwehr, THW, Sanitäts- und Rettungsdiensten... - alles Organisationen, die im Fall einer (drohenden) Katastrophe eingebunden sind.

Und was kann nicht alles auf eine Stadt zukommen. „Wenn ein Flugzeug in die Innenstadt stürzt, hat man die Katastrophe mit einem Schlag“, erklärt Jürgen Franz, seit über 30 Jahren Leiter des Katastrophenschutzes. „Doch die meisten Katastrophen entwickeln sich erst, aus anfangs kleineren Ereignissen.“ Deshalb sei es wichtig, dass der Katastrophenschutz frühzeitig informiert und eingebunden werde. Die Gefahrenlage kann ganz unterschiedlich sein: Unglücke, Brände, Stromausfälle, aber auch Seuchen können eine Stadt und ihre Bevölkerung bedrohen. Aber auch präventiv arbeitet der Katastrophenschutz, ist etwa mit eingebunden, wenn Großveranstaltungen geplant werden. „Ohne unsere Helfer wären ein Rosenmontag oder eine Johannisnacht gar nicht machbar“, so Goldmann.

In den 50 Jahren ist viel passiert - eine große Katastrophe gottlob aber nicht eingetreten. „Manchmal war es haarscharf“, erinnert sich Franz; etwa, als ein Intercity im Stadtbereich entgleiste. „Er sprang von selbst zurück auf die Schienen, er hätte aber auch in den Bahnhof rasen können.“ Besonders kritisch sei das Jahr 1988 gewesen: Der Rhein stieg auf einen Pegel von 7,70 Meter. Ein paar mehr, und es hätte ein Jahrhunderthochwasser in Mainz geben können. Ebenfalls 1988 war der Großbrand in der Uniklinik gewesen. Dass dieser relativ glimpflich ausgegangen sei, sei auch ein Verdienst der vielen Helfer des Katastrophenschutzes.

Katastrophenschutz damals und heute: Die Aufnahme links zeigt Helfer des Luftschutzhilfsdienstes bei einer Übung in einem Mainzer Gewölbekeller. 50 Jahre später werden bei Übungen modernste Geräte eingesetzt. 	Fotos: Stadt Mainz

Katastrophenschutz damals und heute: Die Aufnahme links zeigt Helfer des Luftschutzhilfsdienstes bei einer Übung in einem Mainzer Gewölbekeller. 50 Jahre später werden bei Übungen modernste Geräte eingesetzt. Fotos: Stadt MainzVergrößern

PROGRAMM ZUR JUBILÄUMSFEIER
50 Jahre Zivil- und Katastrophenschutz in Mainz - das wird am Samstag, 1. Oktober, 10 bis 16 Uhr, auf dem Gutenbergplatz gefeiert.

Das offizielle Programm beginnt um 10 Uhr mit den Eröffnungsworten durch Dezernent Christopher Sitte. Anschließend wird Sitte Helfer mit der Helferplakette der Stadt auszeichnen und Leitende Notärzte zu Ehrenbeamten ernennen.

Die verschiedenen Organisationen werden über ihre Arbeit informieren und ihre Fahrzeuge und Geräte zeigen. Wie im Ernstfall zusammengearbeitet wird, demonstrieren Helfer mit einer „Rettungskette“ - diese Vorführung findet im Lauf des Tages mehrmals statt.

Für Musik sorgen „Guggamusik Meenzer Rhoigeister“ und „Guggemusik Heybachfetzer“

Fürs leibliche Wohl wird gesorgt: Ab 11.30 Uhr gibt es Erbseneintopf aus der „Gulaschkanone“.
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