Beim Kunden die richtigen Knöpfchen finden
30.07.2011 - MAINZ
Von Maike Hessedenz
MARKETING-CLUB MAINZ-WIESBADEN Professorin Dr. Bettina Fischer ist Präsidentin von 350 Mitgliedern / Dieses Jahr wird 25-jähriges Bestehen gefeiert
Als der Marketing-Club (MC) Mainz-Wiesbaden 1986 gegründet wurde, hatte Prof. Dr. Bettina Fischer mit Marketing sicher noch nicht viel am Hut. Heute, im 25. Jubiläumsjahr des Clubs, ist die damals 14-Jährige dessen Präsidentin. Und nicht nur das: Die Inhaberin des Lehrstuhls für Marketing und Unternehmensführung an der Hochschule Rhein Main in Wiesbaden ist eine gefragte Expertin in Sachen Innovationsmanagement, ist als Vizepräsidentin des Deutschen Marketing-Verbandes verantwortlich für das Ressort Wissenschaft und Innovation, ist unter anderem im Herausgeberbeirat der Marketing-Fachzeitschrift „absatzwirtschaft“ und Vorsitzende der Jury zur Vergabe des Wissenschaftspreises des Deutschen Marketingverbandes.
Eine wahre Ikone in Sachen Marketing, die sich der MC an die Spitze gestellt hat. Und das sicher mit weiser Voraussicht. Schließlich will der Marketing-Club fit sein für die Zukunft in der Welt von Facebook, iPhone und Co. „Die Herausforderungen an Werbung haben sich verändert“, sagt Bettina Fischer. „Die Kunden wollen individueller angesprochen werden“, sagt die Fachfrau, die lange für die Mainzer Schott AG internationale Marketing-Aktivitäten gemanagt hat. Und vor allem: „Sie wollen bei der Entwicklung der Produkte mitreden.“ Keine ganz leichte Aufgabe, schließlich habe auch das Marketing innerhalb der Firmen eine andere Position eingenommen. „Früher hatte das Marketing einen sehr hohen Stellenwert“, sagt Fischer, „heute hat das Controlling dem Marketing den Rang abgelaufen.“ Vieles werde auf die Zahlen reduziert, meint sie. Dabei komme es beim Marketing vielmehr auf Emotionen an. „Und die sind nun mal nicht messbar.“
Der menschliche Aspekt an ihrem Beruf ist es, der sie fasziniert: „Marketing lässt sich nie in eine feste Form gießen.“ Und genau das mache es für sie so spannend: „Wie schafft man es, genau die Knöpfchen zu finden, die beim Kunden dafür sorgen, dass er die Kaufentscheidung trifft?“, erklärt sie die stetig neue Herausforderung. „Wie verhält er sich vor dem Regal, was denkt er sich beim Kauf“: Ein Dschungel an Faktoren, die bei der Vermarktung eine Rolle spielen. „Und wenn man es dann schafft, dass der Kunde das Produkt kauft und der Erfolg aufs Marketing zurückgeführt wird, dann ist das eine tolle Belohnung.“
Aber auch die Kunden von heute seien nicht mehr die von vor 25 Jahren. Die Menschen in Gruppen oder Kategorien einzuteilen, sei schlicht nicht möglich, sagt sie. Einen 65-Jährigen von heute beispielsweise könne man einfach nicht mehr pauschal mit ein paar Eigenschaften charakterisieren. Neue Ideen sind also gefragt, wenn es darum geht, die Produkte, die in Mainz, Wiesbaden und Umgebung geboren wurden, zum Erfolg zu führen.
Und hier setzt der Marketing-Club Mainz-Wiesbaden, der sich die Theodor-Heuss-Brücke zum Markenzeichen gemacht hat, zum einen auf die erfahrenen „alten Hasen“, zum anderen aber auch auf den Nachwuchs: Etwa 60 der 350 Mitglieder sind Junioren, also diejenigen unter den Mitgliedern, die höchstens 34 Jahre alt und mindestens ein Jahr im Marketing als Führungsnachwuchs tätig sind.

