Netzwerk ohne Datenhunger
13.05.2011 - MAINZ
SOCIAL MEDIA Arbeitsgruppe entwickelt Alternative zu „Facebook“
(mit). Datenschutz im Sozialen Netzwerk „Facebook“ ist immer wieder Thema der öffentlichen Kritik. Zu Recht, wie erst die jüngst entdeckten Datenlecks zeigen. Der Preis für die Nutzung solcher Netzwerke ist die Preisgabe persönlicher Daten - nicht nur an den Seitenbetreiber und Freunde innerhalb des Netzwerkes, sondern eben auch an Dritte, die die persönlichen Angaben zu Werbezwecken nutzen.
Mehr Datenschutz war das Ziel: Vier New Yorker Studenten haben nun eine Alternative gefunden. Sie heißt „Diaspora“. „Salzberg vs. Zuckerberg“ titelte die Presse. Denn wie es der Zufall will, heißt einer der vier Gründer von „Diaspora“ mit Nachnamen Salzberg. Er will Facebook-Gründer Mark Zuckerberg mit einem besseren Konzept herausfordern.
Drei deutsche Programmierer gehören zum Kernteam
Das „Institut für Medienpädagogik“ hat nun zu einem Workshop eingeladen, um mit Pädagogen, potentiellen Mitentwicklern und sonstigen Interessierten über die Möglichkeiten von „Diaspora“ zu diskutieren. Dazu kamen auch die drei deutschen Programmierer aus Südschwaben angereist, die zum siebenköpfigen Kernentwicklerteam gehören, und gaben Einblicke in die Funktionen und Funktionsmöglichkeiten von „Diaspora“. Da Daten dort nicht auf einem einzigen Server gespeichert werden, sondern dezentral und verschlüsselt auf vielen verschiedenen Computern, habe niemand anderes die Kontrolle über die Nutzerdaten als die Nutzer selbst, erklärten die Entwickler Dennis Schubert, Markus Abrell und Sebastian Guhler. Die drei 17-Jährigen kennen sich aus der Schule. Als sie vor etwa einem Dreivierteljahr zum ersten Mal von „Diaspora“ hörten, waren sie sofort begeistert.
Bei Spendenaktion über 200 000 Dollar gesammelt
Begeistert war auch der Leiter des „Instituts für Medienpädagogik“, Albert Treber: „Wir suchen immer nach neuen, interessanten Kommunikationsmöglichkeiten“. Über die Spendenaktion, zu der die „Diaspora“-Betreiber im vergangenen Jahr aufgerufen haben und wobei innerhalb kürzester Zeit 200 000 Dollar zusammenkamen, sei das Institut auf die Alternative zu „Facebook“ und Co. aufmerksam geworden. Helmut Eiermann, der im Büro des Landesbeauftragten für Datenschutz arbeitet, gab unter dem Titel „Jäger und Sammler - der Datenhunger von Sozialen Netzwerken“ einen Einblick über die Risiken solcher Websites. Im Anschluss ging es darum, wie man es besser machen kann - mit „Diaspora“.

