Garde- und Showtanz-Turnier in Hochheim: Bühne für tausend Akteure
16.01.2012 - HOCHHEIM
Von Uli von Mengden
Schnell noch einmal den Sitz der künstlichen Wimpern kontrolliert, den Lidstrich nachgezogen, den Haarknoten festgezurrt -und schon konnte es mit den Darbietungen losgehen. Zum Eldorado des Garde- und Showtanzes verwandelten sich am Wochenende die Georg-Hofmann-Sporthalle und die Kreissporthalle.
Zum wiederholten Male richtete der 1. Tanzsportclub Hochheim (TSC) ein großes Turnier aus, bei dem Tänzerinnen und auch ein paar Tänzer aus allen Himmelsrichtungen der Republik in die Weinstadt pilgerten. „Wir bieten rund 1 000 Tänzern am Tag eine Auftrittsmöglichkeit“, skizzierte TSC-Sportwartin Silvia Müller die Dimensionen dieser Mammut-Veranstaltung. 400 Tänze, von der Solodarbietung bis zur Groß-Choreografie, gingen am Samstag und Sonntag über die beiden Bühnen, die in den benachbarten Sporthallen aufgebaut waren und dadurch ideale räumliche Nähe boten. Um den tanzenden Heerscharen, angereist von Taufkirchen bis Potsdam, auch genügend Raum zum Umziehen zu geben, wurde kurzerhand die Kreissporthalle teilweise zur Sammelumkleide umfunktioniert. Das war auch nötig, denn Kostüm und Maske kommen beim Show- und Gardetanz eine nicht unerhebliche Bedeutung zu. Es war aber auch zu beobachten, dass ein Teil der in Bussen anreisenden Tanz-Ensembles bereits in voller Maskerade erschien.
Hohes Niveau
Natürlich haben diese Art von Tänzen, Märschen, Polkas, Garde-Darbietungen und fantasievoll frei choreografierten Tanzeinlagen überall ihre Berechtigung auf den Fastnachts-Bühnen. Nicht zu verachten ist darüber hinaus aber auch das sportliche, akrobatische und teilweise auch künstlerische Niveau der Darbietungen. Längst haben sich die Dachverbände eigene Regeln für die Bewertungen erstellt und die Tänzer treten von der Regionalliga bis zur Bundesliga in hierarchisch geordneten Kategorien an. Im Liga-Turnier der Solistinnen waren in Hochheim entsprechend die Elevinnen bei ihren ersten Turnierschritten zu beobachten wie die Primaballerinen, die sich bereits hinauf in die Bundesliga getanzt haben. Ein strenge Jury bewertet Ausdruck, Musikalität oder Synchronität.
Mit Fidelio und eben dem Tanzsportverein gibt es zwei örtliche Vereine, die sich rührend um den Nachwuchs kümmern und viele sportliche Erfolge nachweisen können. In der 2. Bundesliga starteten Jana Stahl, Anna Justus und Jasmin Völker. Mit Clarissa Schwarz, Kristen Rogge, Janina Fey, Helene Horoschilov, Katharina Krebs, Angelina Dörr, Kyara Heer, Michelle Schmid, Antonia und Emily Kress und Nadine Chouch gingen außerdem eine ganze Reihe weiterer Solistinnen aus den ortsansässigen Vereinen an den Start.
Turniersprecherin Gabriele Scholze-Kurz und ihre Kollegen sorgten dafür, dass das Publikum immer gut informiert war und die Tänzer nicht lange nach ihren Darbietungen schon die Wertungen erfuhren. Bei den Siegerehrungen gab es dann Urkunden und stattliche Pokale sowie den orkanartigen Applaus von Besuchern und Konkurrenten.
Orkanartiger Applaus
Für den reibungslosen Ablauf sorgte jede Menge Technik wie Videokameras, Bildschirme, Leinwände, schnelle Rechner und Drucker, die das Geschehen festhielten und weiter verarbeiteten. Ohne viele fleißige menschliche Helfer wäre ein solch riesiges Turnier dennoch nicht durchführbar. Rund 50 Köpfe zählte das Turnierteam, das die TSC täglich auf die Beine stellte. Neben allen organisatorischen Aufgaben rund um den Ablauf des Turniers lag auch das Catering in den Händen des einladenden Vereins.

