„Gewinn für Mensch und Natur“: Neuer Golfplatz in Budenheim eröffnet
08.05.2010 - BUDENHEIM
Von Helena Sender-Petry
Golfen auf einem Müllberg? Warum eigentlich nicht. Und Udo Ries machte sich vor rund sieben Jahren mit Elan und Zähigkeit konkret ans planerische Werk, um seine Vision von einem Freizeitpark mit 18-Loch-Golfanlage auch tatsächlich zu verwirklichen. Am Freitag rief der Architekt, Investor und Golfklub-Geschäftsführer seinen Gäste bei der offiziellen Eröffnung zu: „Endlich ist es geschafft“.
Das erste Etappenziel ist erreicht, „in zwei bis fünf Jahren wird hier ein traumhaft schönes Naherholungsgebiet entstehen“. Auch ein Hotel mit 180 Betten sowie ein Clubhaus und eine weitere 9-Loch-Anlage sind geplant. Ries erinnerte an die Anfänge des Projekts, das mit einer Standort-Nutzungs-Analyse an den Start ging. „Eine breite Allianz aller beteiligten Behörden und Institutionen habe es möglich gemacht, „dass alle visionären Ideen umgesetzt werden können“, versicherte Ries.
Rainer Becker, Bürgermeister von Budenheim und selbst passionierter Golfer, machte aus seiner Freude keinen Hehl, „einen solchen Golfplatz in meiner Gemeinde zu haben“. Diese Anlage bereichere das Sport- und Freizeitangebot in Mainz und der Region. Becker würdigte die Investoren, die erkannt hätten, welches „Potenzial in diesem Gelände steckt“.
„Golfclub vor den Toren der Stadt“
Mit Kreativität und Durchsetzungskraft sei diese Anlage geschaffen worden, allen voran Udo Ries, der „Vater der Golfanlage“. Becker sparte auch nicht mir Anerkennung für die politischen Entscheidungsträger in Mainz und Budenheim, die das Projekt von Beginn an immer positiv begleitet und notwendige Beschlüsse übereinstimmend gefasst hätten. Auch der Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel freute sich, einen „Golfclub vor den Toren der Stadt zu haben“ – zumal er seit gestern Besitzer eines Gutscheins für ein Schnuppertraining ist. Für den Landkreis Mainz-Bingen sprach der Beigeordnete Adam Schmitt, der allen Beteiligten für „diese tolle Anlage“ gratulierte.
Der Mainzer Umweltdezernent Wolfgang Reichel nannte den ehemaligen Steinbruch einen idealen Standort für eine 18-Loch-Anlage, deren attraktive Streckenführung gut mit dem Naturschutz vereinbar sei – ohne Frage ein „Gewinn für Mensch und Natur“. Hier sei einer der interessantesten Golfplätze in Europa entstanden, der zudem geschützten Mauereidechse eine Heimat biete. Dann kündigte Reichel an, dass die restlichen drei Hektar der einstigen Deponie in wenigen Monaten an das Freizeitgelände angeschlossen werden könnten.
Im Gespräch mit der Allgemeinen Zeitung informierte Udo Ries, dass die Baugenehmigung für das Clubhaus bereits vorliege. Erst wenn die Erschließungsstraße, die den Namen Budenheimer Parkallee tragen soll, fertigt sei, könnte mit dem Bau eines Hotels begonnen werden. „Lauft alles wie gewünscht, wird das Hotel 2013 eröffnet.“ Bisher haben die zehn Investoren neun Millionen Euro in das Projekt investiert, informiert der Golfklub-Geschäftsführer. Das rund 21 Hektar große Gelände, das bis auf zehn Prozent der Stadt Mainz gehört, wurde laut Ries der Mainzer Golfclub GmbH & Co.KG in Erbpacht zur Verfügung gestellt – für 99 Jahre.

