Von Andreana Spinelli
SKATER Inline-Skate-Tour des "Wednesday Night Skating" mit 500 Teilnehmern
Gut 500 Teilnehmer waren bei der Inline-Skate-Tour des "Wednesday Night Skating" (WNS) von Kastel nach Rüdesheim dabei. Bei stabilem Wetter trafen sich Skate-Begeisterte, Organisatoren und Gäste vor der Reduit.
Friedel Henzler hat die Initiative WNS 1998 gegründet und ist als Ordner in diesem Jahr wieder mit dabei: "Nach einer Pause im vergangenen Jahr freue ich mich wieder auf die Strecke. Wir starten mit einer Strecke von 31 Kilometern und hoffen, dass es im nächsten Jahr wieder Rundkurse in Mainz geben wird." Das Alter der Skater reicht von 12 bis über 60 Jahre. Spaß und die Fairness stehen im Vordergrund, so ist die Veranstaltung nicht als Wettrennen, sondern als gemeinschaftliches Event ausgerichtet. "Wenn jemand nicht mehr weiter kann, wird er vom `Besenbus` aufgesammelt und wieder von unseren Ordnern fit gemacht oder fährt den Rest der Strecke im Bus", erläutert Mitkoordinator Alexander Taitl, der mit 58 Jahren noch zu den Aktiven zählt.
Manche Skater erreichen durchaus Höchstgeschwindigkeiten von Tempo 30. Bei allen Freiheiten und aller Individualität steht die Sicherheit der Sportler hoch im Kurs: Helme sind beim Rennen Pflicht, auch wenn dies gesetzlich nicht vorgeschrieben ist. Die Fahrgeschwindigkeit hängt nicht nur von Training und Ausdauer ab, auch das Material spielt eine große Rolle: Vom Hightech- Schuh bis zum einfachen Untersatz mit acht Rollen sind alle Klassen vertreten, kleine Rollen erzeugen höhere Wendigkeit, große mehr Tempo.
Die aktuelle Strecke führt am Rhein entlang, Stopps sind in Biebrich und Erbach vorgesehen, bevor es bis Geisenheim West auf der B42 entlanggeht. Die Skater passieren die alte Hindenburgbrücke. In Rüdesheim wartet das Schiff, auf dem dann am späteren Abend eine Ü-30 Party stattfindet. Die Skater können überall bequem mit Zug und Schiff hinkommen, auch wenn sie nicht immer im Pulk mitlaufen. Auch Zuschauer und Gäste können überall dabeisein.
Ohne die zahlreichen Helfer wäre das Ereignis undenkbar, besonders die Ordner in den gelben Westen sorgen für einen reibungslosen Verlauf. Dabei ist auch Stefan Müller (51) aus Wiesbaden-Frauenstein, der seit zehn Jahren im "Besenbus" mitfährt: "Viele wissen oft nicht, was auf sie zukommt, manche unterschätzen die Länge der Strecke."
Eva Stritter (44) aus Wiesbaden läuft immer wieder mit . Für das Skaten entschied sie sich wegen ihrer Knieprobleme: "Zum Skaten kam ich, weil ich nicht mehr joggen konnte. Es macht viel Spaß und ist zudem ein gutes Ausdauertraining." Der 29-jährige Skater Sebastian Müller aus Laubenheim ist schon zum dritten Mal dabei, den Sport betreibt er seit neun Jahren: "Ich finde den glatten Belag auf der Bundesstraße genial, man kann wunderbar laufen. "
WNS-Organisator Burkhard Wiche fährt in diesem Jahr mit dem Fahrrad mit. Für ihn ist das Inline-Skating ein sehr gesunder Sport, zudem werde die Gemeinschaft großgeschrieben. Seit dem Jahr 2000 organisiert er die Veranstaltung. Der Zulauf zum Inline-Skating ist konstant geblieben, doch ist zunehmend eine Tendenz zur Professionalisierung zu beobachten, die den Breitensport etwas in den Schatten stellt. Dies tut der Begeisterung aller Beteiligten an diesem Tag keinen Abbruch. Der nächste Termin steht schon am kommenden Samstag auf dem Plan: Dann geht es zur großen "Rhine-on-Skates"- Tour über 135 Kilometer am Rhein entlang.

