Mittwoch, 08. September 2010 13:58 Uhr
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Allgemeine Zeitung

Amöneburg/Kostheim/Kastel 

Öko-Initiative motiviert ab heute Schüler

25.09.2007 - KASTEL

Von Norbert Fluhr

Baumpflanz-Aktion auf Petersaue

KASTEL Als Folge der Globalisierung könnte ein soziales Ungleichgewicht in Europa auftreten. Mit dieser Entwicklung beschäftigt sich die Global-Marshall-Plan-Initiative Rhein-Main, die mit einer Baumpflanz-Aktion auf der Petersaue am 27. Oktober Akzente setzen will.

Gut ein Jahr ist es her, seitdem sich die Global-Marshall-Plan-Initiative Rhein-Main in Wiesbaden konstituierte. Die Initialzündung ging dabei von dem Ökonomen Michael Franz aus, der vor dem Hintergrund des ständig ansteigenden Rohstoffbedarfs und des vermehrten Kohlendioxid-Ausstoßes zahlreiche umweltbewusste Mitstreiter im Umkreis für diese Idee begeistern konnte. "Wir stehen vor einer Zerreißprobe, denn unsere Erde verkraftet diese Herausforderungen nicht", sagt Franz. Letzten Endes stelle sich die Frage, ob die Welt kollabiere oder mit gebündelten Kräften diesem Niedergang entgegengewirkt werden könne, sagte Franz, der für die Internationale Akademie für nachhaltige Begabungsförderung in Wiesbaden tätig ist, bei einem Treffen der Initiativgruppe. Es seien Gedanken, die sich in dem 1990 erschienen Buch "Wege zum Gleichgewicht - ein Marshall-Plan für die Erde" des früheren amerikanischen Vizepräsidenten Al Gore niederschlügen. Zehn Jahre später hätten sich dann 191 Staaten verpflichtet, bis zum Jahr 2015 acht Millenniumsziele der Vereinten Nationen zu verwirklichen. Mit dem Setzen von 500 Bäumen auf der Petersaue wolle die Global-Marshall-Plan-Initiative Rhein-Main im Oktober den Anfang für die Sicherstellung einer nachhaltigen Ökologie machen. Bei dieser Aktion sollen sich junge Menschen einbringen, weshalb möglichst viele Schulen in Wiesbaden und Mainz angesprochen werden sollen. Damit die Schüler am 27. Oktober motiviert ans Werk gehen können, erhalten sie zuvor eingehende Informationen. Von heute bis Donnerstag werden deshalb Mitglieder der Initiativ-Gruppe interessierte Bildungsanstalten aufsuchen. Zugesagt haben bisher die Hermann-Ehlers- und die Theodor-Fliedner-Schule sowie die Wilhelm-Leuschner-Schule in Wiesbaden und das Mainzer Frauenlobgymnasium. Die Gustav-Stresemann-Schule, die seit Jahren mit Aktionen zur Verbesserung der Umwelt beiträgt, kann wegen ihrer Projektwoche, die sich in diesem Schuljahr mit dem naturkundlichen Thema "Rund um den Apfel" befasst, nicht teilnehmen. An drei Stellen der Petersaue sollen in Ansprache mit dem städtischen Umweltamt neue Weichholzauen aus Grauerlen, Weiden, Pappeln und Eschen entstehen, sagte Initiativ-Koordinator Roland Gramenz. "Wir bringen das Know-how", erläuterte der Landschaftsgestalter. Die Betreuung der Pflanzen durch die Schulen wird auf zwei Jahre terminiert. Genug Zeit also, um auch noch andere Schulen für dieses ökologische Vorhaben zu begeistern. Für Michael Franz steht der Erhalt der Umwelt im Einklang mit einer ausgeglichenen Ökonomie. Wenn die Bildung steigt, werde auch die Armut verringert. Doch mit dieser Aussage warf Franz einen Schatten auf die Sozialpolitik in der hessischen Landeshauptstadt, den er bitter kommentierte: "25 Prozent aller Wiesbadener Kinder leben in einem Hartz-IV-Haushalt."


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