zel. /WIESBADEN Mit den wiederholten Auftritten des als islamistisch eingestuften Predigers Abdul-Adhim Kamouss in der Moschee in Kostheim befasst sich das Stadtparlament bei seiner nächsten Sitzung am Mittwoch, 30. April, um 16 Uhr im Rathaus am Schlossplatz. CDU, Grüne und FDP fordern den Magistrat in einem gemeinsamen Antrag dazu auf, über die Zusammenarbeit mit dem Islamischen Kulturverein als Träger des Gemeindezentrums zu berichten. Der Verein habe sich in der Integrationsvereinbarung mit der Stadt verpflichtet, Distanz zu integrationsfeindlichen Positionen zu wahren und Personen wie dem Prediger kein Forum zu bieten, heißt es in dem Antrag. Kamouss gelte als Vertreter eines fundamentalistisch orientierten Islam, der sich als Gegenbewegung zu einer freiheitlich und demokratisch verfassten Gesellschaft verstehe. Gleichwohl habe der Prediger im Sommer 2007 sowie im März 2008 in der Moschee in Kostheim Auftritte gehabt. CDU, Grüne und FDP erwähnen in dem Antrag, dass der Vorsitzende des "Kostheimer Moscheevereins" die Einladung des Predigers öffentlich bedauert und Einladungen für die Zukunft ausgeschlossen habe. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Kristina Köhler verurteilte die Auftritte, die "keine Bagatelle" seien. Prediger salafitischer Ausrichtung, zu denen Kamouss zähle, gehörten zum Gefährlichsten, was der Islamismus in Deutschland zu bieten habe, heißt es in einer Erklärung. Der CDU-Stadtverordnete Stefan Spallek forderte den Islamischen Kulturverein auf, das in ihn gesetzte Vertrauen nicht zu erschüttern. "Wir leisten gemeinsam in Wiesbaden eine erfolgreiche und beispielhafte Integrationsarbeit", heißt es. Dies dürfe durch solche Einladungen nicht gefährdet werden.

