Nach Wegzug von Pfeiffer und May - Kritik an Wiesbadener "Abwanderungspolitik"
08.09.2010 - KASTEL
Von Wolfgang Wenzel
Ronny Maritzen vom Kreisvorstand der Grünen sprach von „Dummheit, Desinteresse und Ignoranz“, eine Firma wie Pfeiffer und May ziehen zu lassen, das gut ins Gewerbegebiet Petersweg gepasst hätte. Erst habe die Stadt das Gewerbegebiet trotz großer Vorbehalte in Kastel unbedingt gewollt. Jetzt bekomme sie die „Vermarktung“ nicht auf die Reihe und laufe Gefahr, dass es bei einem „technisch hervorragend angebundenen Gemüsegarten“ bleibe, was den Kastelern auch sehr lieb wäre. Ein umstrittenes Möbelhaus müsse gegen alle Widerstände durchgesetzt werden. Eine Firma aber, die von höchstens 15 Lastwagen am Tag angesteuert werde, lasse man ziehen. Das sei unbegreiflich.
Die SPD-Stadtverordnetenfraktion hielt der CDU „wirtschaftspolitische Naivität“ vor die Abwanderung von Pfeiffer und May zeige die „Verlogenheit“ der CDU-Politik, heißt es in einer Erklärung des Stadtverordneten Sven Gerich. Der SPD werde Wirtschaftsfeindlichkeit vorgeworfen, die CDU aber lasse ein expansionsbereites, in Wiesbaden etabliertes Unternehmen sang- und klanglos abwandern. Wenn eine Firma das Gefühl erhalte, dass es die Stadt nicht wolle, sei dies ein Schlag ins Gesicht des Wirtschaftsdezernenten und der Unionspolitiker, die von Verantwortung für die wirtschaftliche Entwicklung „faselten“ und es doch nur auf ein Möbelzentrum abgesehen hätten.
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