Pfeiffer und May: Standortverlagerung von Biebrich nach Gustavsburg
07.09.2010 - KASTEL
Von Wolfgang Wenzel
Keinen Erfolg hatte die Karlsruher Sanitär-und Heizungs-Großhandelsgruppe Pfeiffer und May, mit ihrer Wiesbadener Niederlassung im Gewerbegebiet Petersweg Ost Fuß zu fassen. „Wir hatten das Gefühl, dass uns die Stadt Wiesbaden gar nicht richtig will“, sagte Niederlassungsleiter Gerhard Weldert. Jetzt verlegt die Niederlassung ihren Standort von der Hagenauer Straße in Biebrich nach Ginsheim-Gustavsburg.
Biebricher Standort nur noch für Ausstellung und als Abhollager
Dort investiert die Großhandelsfirma sechs Millionen Euro in den Aufbau einer neuen Zentrale, in der 70 von 80 Beschäftigten ab April 2011 arbeiten werden. In Biebrich bleibe das Unternehmen mit der Ausstellung und einem Abhollager präsent. Eine Filiale befinde sich in Geisenheim. Das Logistikzentrum in der Mainzer Rheinallee gebe das Unternehmen auf. Die Wiesbadener Niederlassung ist aus der 2007 in Insolvenz geratenen Hupfeld-und-Calmano-Gruppe hervorgegangen.
Als Wiesbadener Unternehmen wäre man gerne im Stadtgebiet geblieben, sagte der Niederlassungsleiter. Doch die Verhandlungen über den Kauf eines 20.000 Quadratmeter großen Terrains an der Georg-Beatzel-Straße in Kastel seien fruchtlos verlaufen. Das sei nicht den Ansiedlungsplänen für ein Möbelzentrum im Gewerbegebiet zu verdanken, wie manche mutmaßten, sondern auf den Umstand zurückzuführen, dass die Stadt Wiesbaden schwierig im Umgang sei. 2007 habe Pfeiffer und May für einen Standort in Kastel vorgefühlt. Damals habe angeblich nur ein Grundstück in der gewünschten Größe zur Verfügung gestanden, das zu allem Überfluss vom Petersweg zertrennt worden war, der sich im Eigentum der Nachbarstadt Mainz befand, die sich gegen eine Umlegung sperrte. Ein Ende des Umlegungsverfahrens sei für Ende 2007 avisiert worden. Faktisch habe die Stadt die „Probleme mit Mainz“ erst zwei Jahre später in den Griff bekommen und das Terrain trotzdem nicht zum Kauf angeboten, sondern nur eine Erbpachtregelung mit der Option auf einen Kauf in Aussicht gestellt.
Vertrag zum Grundstückskauf in Ginsheim-Gustavsburg abgeschlossen
Pfeiffer und May habe versucht, in Gesprächen das Investitionsklima für einen Standort in Kastel zu erkunden, wo Dachbegrünung und andere Auflagen gemacht würden. Dabei seien Zugeständnisse gemacht worden, die von der Stadt aber nicht schriftlich fixiert worden seien. Die städtische Wirtschaftsförderung habe sich sehr für Pfeiffer und May engagiert, doch andere Ämter hätten eine Einigung erschwert. Auf die Frage, ob das Unternehmen schnell eine Baugenehmigung erhalte, wenn die Vorgaben akzeptiert würden, habe das Unternehmen keine richtige Antwort erhalten. Daraufhin habe sich die Firma um einen Alternativstandort bemüht und sei von der Gemeinde Ginsheim-Gustavsburg mit offenen Armen empfangen worden. Nicht einmal eine Bauvoranfrage sei nötig gewesen, um die Unterstützung der Nachbarkommune zu erhalten. Vor einer Woche habe das Unternehmen den Vertrag zum Kauf eines 19000 Quadratmeter großen Gewerbegrundstücks in der Robert-Bosch-Straße abgeschlossen. Der Zug in Richtung Petersweg in Kastel sei somit abgefahren, sagte der Niederlassungsleiter.
Die Großhandelsgruppe Pfeiffer und May mit Sitz in Karlsruhe tritt im süddeutschen Raum auf und sieht sich in Baden-Württemberg in der Rolle des Marktführers. In der Zentrale sowie den 20 Niederlassungen des Unternehmens sind 2.000 Mitarbeiter beschäftigt.

