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Mainz-Kostheim 

Spenderin für leukämiekranken Fynn aus Mainz-Kostheim gefunden

13.03.2010 - KOSTHEIM

Von Kirsten Strasser

Für die Eltern ist es ein kleines Wunder: Es gibt einen Spender für Fynn! „Wir sind einfach happy“, lächelt Kai Schiebeler und streicht seinem vierjährigen Sohn über den Kopf. Das zermürbende Warten hat – hoffentlich – ein glückliches Ende gefunden.

Der potenzielle Spender ist eine 38 Jahre alte Frau – mehr wissen die Schiebelers nicht über die Person, die zur Lebensretterin ihres kleinen Jungen werden könnte. „Woher sie kommt, wer sie ist – das erfahren wir nicht, alles läuft anonym“, erklärt Fynns Mutter Nicole Schiebeler. Aber viel wichtiger ist: Die Gewebemerkmale ihrer Stammzellen stimmen zwar nicht hundertprozentig, aber doch zu großen Teilen mit denen Fynns überein.

Die Familie aus Mainz-Kostheim hat zermürbende Monate hinter sich. Im November vergangenen Jahres die Diagnose: Fynn hat eine seltene Form von Leukämie, die nicht mit Chemotherapie heilbar ist – nur eine Stammzellenspende kann sein Leben retten. Die Suche nach einem geeigneten Spender beginnt – der kleine Bruder kommt nicht in Frage, die Eltern für die Ärzte bestenfalls „dritte Wahl“, und in den weltweiten Spenderdateien findet sich niemand Passendes. Jetzt erfahren die Schiebelers eine Welle der Hilfsbereitschaft – allein zur Typisierungsaktion in Kostheim kommen 3 000 Männer und Frauen, um sich registrieren zu lassen. Die Anteilnahme der Menschen an Fynns Schicksal ist überwältigend, sagen die Eltern.

Ärzte sind optimistisch

Und nun diese gute Nachricht, noch ganz frisch – gerade erst hat die Uniklinik in Frankfurt, in der die Transplantation vorgenommen werden soll, die Schiebelers informiert. Die Ärzte sind optimistisch, wollen die Erfolgschancen für Fynn jedoch nicht in Prozenten ausdrücken. Aber doch soviel: „Mit diesem Spender hat das Kind eine realistische Chance, die Krankheit zu überleben“, sagt Prof. Dr. Peter Bader, Leiter des Stammzelltransplantationszentrums in Frankfurt.

Ob die potenzielle Spenderin unter jenen Dreitausend war, die sich vor knapp zwei Wochen in Kostheim haben registrieren lassen, ist unbekannt; die Frankfurter Uniklinik bekam ihre Daten vom Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) in Ulm, in dem alle Registrierungen in der Bundesrepublik erfasst werden.Wie ZKRD-Sprecherin Sonja Schlegel erklärt, könnte Fynns Spenderin auch irgendwo in Deutschland oder im Ausland leben. „Täglich kommen bei uns allein aus Deutschland knapp 1 000 neue Registrierungen hinzu“, erklärt Schlegel. Nacht für Nacht werden die Daten von potenziellen Spendern mit denen der Patienten abgeglichen, auch im Ausland wird gesucht. Und jetzt dieser Treffer – für Fynn.

Vor Fynn liegen schwere Wochen

Jetzt hoffen Nicole und Kai Schiebeler. Dass die Spenderin nicht doch noch in letzter Minute ausfällt. Und dass Fynn die schweren Wochen übersteht, die jetzt vor ihm liegen. Wenn alles gut geht, kommt der Kleine Ende März in die Frankfurter Uni-Kinderklinik. Dort wird ihm eine schwere Chemo-Therapie verabreicht, mit der nicht nur die Krebszellen zerstört werden, sondern auch seine Stammzellen – diese sollen ja durch die neuen, gesunden Zellen ersetzt werden. Auch sein Immunsystem wird ganz heruntergefahren, um Abstoßungsreaktionen zu verhindern. Anfang April soll dann die Transplantation erfolgen.

Er wird es schaffen, tapfer, wie er ist. „Fynn weiß, dass er für fünf Wochen ins Krankenhaus muss, aber er hat keine Angst“, sagt Nicole Schiebeler. Und bevor der Kleine in die Klinik muss, erfüllt sich sein allergrößter Wunsch: Im Zirkus Sarrasani darf er ein echtes Tigerbaby streicheln.

Nicole Schiebeler drückt ihren Fynn fest an sich. Foto: hbz/Jörg Henkel

Nicole Schiebeler drückt ihren Fynn fest an sich – eine Spenderin für die Stammzellentransplantation ist gefunden. Foto: hbz/Jörg HenkelVergrößern

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