Mit Wasserstoff und Batterie
22.02.2012 - KASTEL
ELEKTROAUTOS Ministerin zu Gast im Kasteler Opel-Entwicklungszentrum
Alle waren schon da, um das Entwicklungszentrum für alternative Antriebe der Adam Opel AG im Gewerbegebiet Petersweg zu sehen. Seine Hoheit Prins Maurits von Oranje ebenso wie Heidi Wieczorek-Zeul, damals noch Entwicklungshilfeministerin. Und nun die Wirtschaftsministerin aus dem Nachbarland Rheinland-Pfalz, Eveline Lemke, die sich in dem Entwicklungszentrum über die Strategien von Opel zur Etablierung von mehr Elektromobilität informierte.
Im Hintergrund steht offenbar der Wunsch nach einem Verankern des Bundesprogramms „Schaufensterregion Elektromobilität“ im Rhein-Main-Gebiet. Die Rede ist von einem gemeinsamen Projekt von Hessen und Rheinland-Pfalz, bei dem Opel mit dem batteriegetriebenen Ampera einen wichtigen Beitrag leisten solle. Die Ministerin begrüßte es, dass Opel am gesamten Spektrum von Elektrofahrzeugen für unterschiedliche Anforderungen von Kunden arbeite. „Einschließlich der Entwicklung von Brennstoffzellen-Fahrzeugen“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.
Seit 1997 entwickelt Opel in Kastel Elektroantriebe für Automobile. Für Menschen, die mit dieser Arbeit nichts zu tun haben, bleiben die Türen zu dem „GAPC-Zentrum“ gewöhnlich verschlossen. Was in den Labors vor sich geht, können Außenstehende vielleicht noch wegen eines Wasserstofftanks am Portal ahnen. Rund 250 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker arbeiten an unterschiedlichen Verfahren, um die Elektromobilität zum Durchbruch zu bringen. Der eine Pfad führt über Wasserstoff und Brennstoffzellen, wie sie in „Hydrogen-Zafiras“ eine Rolle spielen. Der zweite Pfad befasst sich mit batteriegetriebenen Modellen. Viel Grundlagenwissen für den Opel Ampera als Serien-Elektroauto stammt aus der Denkfabrik in Kastel. Bei dem Besuch machte die Ministerin Bekanntschaft mit beiden Technologien. Man müsse in der Elektromobilität für verschiedene Antriebslösungen offen bleiben. Opel sei auf dem Gebiet der Elektromobilität ein Vorreiter. Mit dem Ampera biete das Unternehmen als erster europäischer Hersteller ein Serien-Elektroauto an. Strecken von bis zu 80 Kilometern könne die mit einem 150 PS-Antrieb ausgerüstete Limousine ausschließlich mit Strom emissionsfrei zurücklegen. Danach werde ein Motor zugeschaltet. Mit dieser Technologie zur Verlängerung der Reichweite müssten Ampera-Fahrer keine Angst vor einem batteriebedingten Liegenbleiben haben.
In der Brennstoffzellen-Entwicklungsarbeit von Opel und General Motors sei der Opel Hydrogen 4 der neueste Meilenstein. Im Rahmen eines weltweiten Erprobungs-Programms seien damit über drei Millionen Testkilometer zurückgelegt worden.

