„Scheenste Boygroup“
15.08.2011 - KASTEL
ABSCHIEDSKONZERT „Kostem Harmonists“ begeistern Fans in St. Georg / Bewegender Moment
(nfl). Die katholische Pfarrkirche Sankt Georg schien am Samstag ins Wanken zu geraten. Am Vorabend zum Pfarrfest von Sankt Rochus gab die „scheenste Boygroup Kostheims“, die von dem Bischofsheimer Bassisten Sven Demand unterstützt wurde, mit einem fulminanten Aufritt ihr Abschiedskonzert, das die Mundart-Musik-Freunde schon zu Beginn von den Kirchenbänken riss. Nach acht Jahren legt das beliebte Männer-Quartett „Kostem Harmonists“ eine Pause ein. Sehr zum Bedauern der Kasteler und Kostheimer Fangemeinde, die Ramon Somoza, Edmund Bott, Matthias Klein und Rainer Beuschel bei ihren über 300 Gigs begleitet hatten.
Das Motto des Programms „Frag’ nit“ hatte denn schon eine melancholische Note. Für Pfarrer Dr. Jörg Swiatek ein bewegender Moment: „Ein Abschiedskonzert, bei dem der Himmel sogar ein bisschen lacht.“ Gelacht werden durfte schon bei der Vorstellung der Kostheimer Kult-Gruppe, die selbstbewusst ihr Glaubensbekenntnis darlegt: „Gell, mir sinn so schee“. Die Frauenherzen schmelzen dahin, denn „Kostheimer Männer küssen lecker.“ Auch pflegen die „Kostem Harmonists“ mit ihren Frauen einen höchst kommunikativen Umgang. Wenn es um die Bewältigung der täglichen Haushaltshilfe geht, haben die schönen Jünglinge „in den besten Jahren“ nur zeitversetzte Probleme: „Morsche, Morsche“ kann schließlich auch noch der bereits überquellende Wohlstandsmüll zur Entsorgungsstelle getragen werden. Udo Jürgens machte mit seinem Lied „Liebe ohne Leiden“ Furore, und so hat das burschikos-liebenswürdige Quartett den Erfolgssong des Schlagerstars mit einem eigenen Text aufgemischt. Wenn Somoza und Beuschel mit ihren Ukulelen die fröhliche Lebensart der Kostheimer Boygroup begleiten, darf mitgesungen und mitgeklatscht werden. Das gilt auch für das „Tupper-Lied“.
Auch die „Flöhe“ im Bann des Quartetts
Von der Aura der Boygroup sind auch die „Flöhe“, der jüngste Gesangsnachwuchs des Kostheimer „Harmonie“, fasziniert. Unter der Leitung von Kirstin Sommer und Nicole Hermann begeisterten die Jungen und Mädchen nicht nur mit eigenen Beiträgen, sondern unterstützten die „Kostem Harmonists“ auch bei deren populären Begrüßungssong „Gude du“. In Schiebermützen und Knickerbocker bestritt die Kultgruppe den zweiten Teil. Dass die smarte Gesangscrew das Zwerchfell ihrer Fans in Bedrängnis bringen kann, zeigt sich auch beim „Abrocke“. Gemeinsam mit einer Abordnung von Mainzer Ukulele-Musikern bekennt das Quartett: „Jed’ Fraa trägt en Rock.“ Auch wenn zum Schluss das Lied „Das war’s gewesen“ erklingt, darf als Zugabe die Kostheimer „Nationalhymne“ nicht fehlen. „Dort wo Schiffchebootcher fahrn“ ist die Heimat der Boygroup, „dort wo de Maa in de Rhoi fließt“, können auch „Messfremde“ die Seele baumeln lassen.

